"Katzenernährung nach dem Vorbild der Natur. Barfen in allen Lebensphasen" von Doreen Fiedler



  • Titel: Katzenernährung nach dem Vorbild der Natur. Barfen in allen Lebensphasen

    Autorin: Doreen Fiedler

    Erscheinungsdatum: 17.02.2015 (2. Auflage)

    Seitenzahl: 180 Seiten

    Preis: 18,90 €



    Dieses ist das zweite Buch der Autorin zum Thema Katzenbarf. Während das erste einen einfachen und kompakten Einblick in die Thematik liefert, zielt dieses auf tiefergehendes Wissen und zusätzliche Aspekte ab.


    Das Buch ist übersichtlich gegliedert und beginnt mit ausführlichen Erklärungen den speziellen Katzenstoffwechsel betreffend. Dabei geht die Autorin nicht nur oberflächlich vor, sondern untergliedert diesen nach Protein-, Kohlenhydrat-, Fett- und Energiestoffwechsel.

    Im Anschluss widmet sich das Buch den einzelnen Makro- wie auch Mikronährstoffen. Jeder von ihnen wird erklärt, Symptome zur Über- und Unterversorgung aufgeführt, Nährwertbedarfe angegeben und auf das Zusammenspiel mit anderen Nährstoffen eingegangen. Dieser Teil des Buches umfasst gute fünfzig Seiten.


    Als nächstes widmet sich das Buch der Fütterung selbst. Herkömmliches Katzenfutter wird kurz aufgegriffen und erklärt, bevor es um das Barfen selbst geht. Es werden nötige Futterbestandteile aufgeführt, mögliche Nährstofflieferanten aufgelistet und ein Pauschalrezept mitgeliefert, auf dessen Basis der Einstieg einfach ist, bevor man sich selbst ans Berechnen traut. Dieses wird beispielhaft gezeigt und damit eine der wichtigsten Grundlagen aufgeführt, die jeder verantwortungsbewusste Katzenbesitzer kennen sollte, wenn er die Verantwortung für das Futter selbst übernimmt.

    Außerdem wird kurz auf andere Barfformen – wie Frankenprey – eingegangen. Da dieses Buch nicht darauf ausgerichtet ist, wird das dahingehende Wissen nicht vertieft.


    Das restliche Buch (ungefähr weitere sechzig Seiten) bezieht sich auf Lebensphasen und Krankheiten.

    Begonnen bei Trächtigkeit, Laktation, Kitten und Senioren, umfasst das Buch eine Liste nicht seltener Krankheiten, die spezielle Futteranpassungen erfordern, wie beispielsweise CNI (Chronische Niereninsuffizienz), SDÜ (Schilddrüsenüberfunktion), IBD (chronisch entzündliche Darmentzündung), Diabetes, Pankreatitis (Bauchspeicheldrüsenentzündung) und noch einigen mehr. Selbstverständlich sind dies keine wissenschaftlichen, vollumfänglichen Ausführungen, aber sie geben einen guten Anhaltspunkt, um weitere Informationen zum jeweiligen Krankheitsbild zu sammeln und das Futter entsprechend anzupassen.


    Positive Aspekte:

    Das Buch ist übersichtlich gestaltet und aufgebaut.

    Es wird tiefgreifendes Wissen zur artgerechten, naturnahen Ernährung von Katzen vermittelt.

    Darüber hinaus geht das Buch auf besondere Lebensphasen und Krankheiten und die damit verbundenen Ernährungsbesonderheiten ein.

    Die Nährstoffe werden in Übersichten zu ihren Funktionen, Bedarfen, Über- und Unterversorgungen aufgeführt.

    Das Buch wartet mit Beispielberechnungen und Quellenangaben auf.

    Weitere Barfformen werden angesprochen.


    Negative Aspekte:

    Die Sprache im Buch ist von Fachbegriffen durchzogen, von denen nicht jeder immer erklärt wird, was das Lesen etwas erschwert.

    Von der Verfütterung von Hausschwein wird pauschal abgeraten, denn es könnte mit dem Aujeszky-Virus infiziert sein, was per se nicht absolut falsch, aber auch nicht völlig korrekt ist, hier fehlt etwas mehr Differenzierung.

    Weizenkeimöl zur Deckung von Vitamin E wie auch pflanzliche Öle zum Ausgleich der Omega-3-Fettsäuren werden als positiv aufgeführt, beides ist für Katzen jedoch eher ungeeignet.

    Gekochte Kartoffeln und gekochte Nudeln werden unter pflanzlichen Futterbestandteilen als für Katzen geeignet aufgeführt. Dies geschieht, obwohl zuvor Kohlenhydrate als zwar toleriert, aber für Katzen unnötig aufgeführt werden und gerade gekochte Kartoffeln auch als kohlenhydratreich bezeichnet sind.

    Der im Pauschalrezept hinterlegte Gehalt an Vitamin D in Lachs (Salmo Salar) weicht stark von anderen Quellen ab.


    Fazit:

    Wer nicht nur einen Einstieg ins Barfen sucht, sondern ebenfalls tiefergehendes Wissen sammeln möchte, ist mit diesem Buch bestens bedient (und benötigt „einfach barf“ derselben Autorin nicht, das darin vermittelte Grundwissen findet sich hier und wird zugleich vertieft). Auch wenn die Sprache etwas trockener und mit mehr Fachbegriffen durchzogen ist, lässt sich das Buch dennoch von Laien verstehen. Der unschlagbare Vorteil liegt im tieferen Wissen zu den Nährstoffen und den Fütterungsbesonderheiten vor allem bei Krankheiten. Jedem, der daran interessiert ist oder ein bereits an einer Krankheit leidendes Tier mit Barf ernähren möchte, kann ich dieses Buch als Grundlage empfehlen. Dennoch sollten darüber hinaus immer breitgefächert weitere Quellen zurate gezogen werden.


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