"Katzen würden Mäuse kaufen" von Hans-Ulrich Grimm

  • Titel: Katzen würden Mäuse kaufen – Schwarzbuch Tierfutter

    Autor: Hans-Ulrich Grimm

    Erscheinungsdatum: 02.03.2009 (8. Auflage 04/2009)

    Seitenzahl: 256 Seiten

    Preis: 7,95 €


    Wichtige Hinweise:

    Mir wurde dieses Buch 2018 von der MuTiG GbR kostenlos zur Rezension zur Verfügung gestellt. Gespräche bezüglich des Inhalts haben zwischen uns nie stattgefunden. Alle Aussagen entsprechen ausschließlich meiner Meinung.


    Ich habe die o. g. 8. Auflage als Print vorliegen. In den Angaben auf Amazon steht, dass diese vom 02.03.2009 stammt (und selbst das ist nicht sonderlich aktuell, es gibt allerdings noch eine Erwähnung eines Wiener Verlages von 2007 im Impressum). Außerdem ist am 01.07.2016 eine neue Version des Buches auf den Markt gekommen, nicht mehr bei Heyne, sondern bei Knaur und unter dem Titel „Katzen würden Mäuse kaufen – Wie die Futterindustrie unsere Tiere krank macht“. Alle Angaben in dieser Rezension beziehen sich auf den Inhalt der 8. Auflage im Print aus dem Jahr 2009 aus dem Heyne Verlag. Solltest du eine neuere Version vorliegen haben, prüfe bitte, ob meine Anmerkungen mit den Ausführungen in deinem Buch übereinstimmen oder es Veränderungen gibt.

    Ebenso können einige Angaben in der Auflage von 2009 schlicht veraltet und mittlerweile in der neueren korrigiert worden sein. Ich werde sie hier dennoch anmerken, da ich nicht weiß, inwiefern es Überarbeitungen gegeben hat.


    Außerdem stellt dieser Text keine Rezension des gesamten Buches dar, sondern bezieht sich ausschließlich auf die ersten 75 Seiten.



    Ich weiß nicht, wie ich etwas Positives über dieses Buch sagen soll, obwohl ich gern das Prinzip anwende, selbst bei Kritiken auch immer ein oder zwei positive Aspekte anzuführen.


    Einerseits verstehe ich den Titel nicht, denn auf diesen 75 Seiten werden Katzen nur sehr wenig erwähnt. Es geht allgemein um Tierfutter oder ansonsten vorrangig um Hunde. Der Titel suggeriert aber ein Buch, dass sich vornehmlich auf Katzen bzw. deren Futter fokussiert.


    Darüber hinaus ist dieses Buch in einer sehr reißerischen Sprache geschrieben. Mein Eindruck nach dieser Lektüre ist, dass in Tierfutter kaum Bestandteile enthalten sind, die Katzen benötigen. Stattdessen werden mehrfach Klärschlamm und immer wieder Abfall erwähnt, die im Futter verarbeitet werden.

    Ich schließe nicht aus, dass es diesbezüglich Skandale gegeben hat. Aber es entsteht der Eindruck, als gäbe es gar kein anderes Futter und deswegen sei Fertigfutter immer eine völlig ungesunde Katastrophe.


    Ebenso spricht der Autor auf den S. 17/18 den Besitzer_innen ab, Futteretiketten lesen zu können: „Natürlich muss man differenzieren. Es gibt große Unterschiede zwischen den einzelnen Futterproduzenten. Es gibt auch große Unterschiede zwischen den Produkten. Leider kann es der Käufer nicht unbedingt erkennen. Schließlich steht auf den Dosen nicht: „Mit Müll hergestellt“ oder „Ohne Müll hergestellt“.“. Dabei kann sich jede_r Besitzer_in erkundigen und mit ein wenig Recherche durchaus die Deklaration auf den Futterdosen lesen und daraufhin beurteilen, ob es sich um geeignetes Futter handelt oder nicht.


    Ganz weg vom Futter geht es außerdem immer wieder, wenn der Autor darauf hinweist, wie sehr Besitzer_innen ihre eigenen Bedürfnisse auf ihre Tiere projizieren. Da wird über Wellness-Hotels und Accessoires für Haustiere, die eher die Faibles der Besitzer_innen ansprechen, geredet, statt über das eigentliche Thema des Buches: Futter.


    In diesem Stil geht es in dem Buch weiter, weswegen ich auf weitere Zitatnotizen verzichtet habe (und sie deshalb auch nicht auflisten kann).

    Vielleicht ändert sich alles nach S. 75 noch, aber ein Buch, das nach knapp 30 % nicht überzeugt, lässt dies nicht vermuten.


    Da ich dieses Buch immer wieder auch als Empfehlung in Barfforen und/oder Facebook-Gruppen zum Thema Barf gesehen habe, möchte ich noch einwenden, dass ich bis zum Abbruch gar nichts zu diesem Thema gelesen habe. Der Titel lässt dies auch nicht wirklich vermuten, ich möchte es dennoch anmerken. Ich halte es für durchaus interessant, sich auch als Barfer_in mit Fertigfutter auseinanderzusetzen und wer mit dem Stil des Buches zurechtkommt, mag damit zum richtigen Buch greifen, für das Thema Barf passt es aber nicht (aber ich glaube auch nicht, dass das je Ziel gewesen ist).


    Ich weiß, dass dieses Buch seit langem viel Zuspruch findet, ich kann ihn aber nicht teilen. Ich erwarte von einem Sachbuch auch sachliche Auseinandersetzung mit der Thematik und keine Polemik.


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    Ich komme aus Ironien. Das liegt am Sarkastischen Meer.


    目には目を歯には歯を


    「明かりを奪った 赫い子守唄

    今はもう聞こえて来ない

     残された一つ 言葉無き自決を

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