CNI barfen, aber wie.?

Wir werden in der nächsten Woche (11. - 15.06.2018) das Forum immer mal wieder für kürzere oder längere Intervalle in den Wartungsmodus versetzen um ein paar servertechnische, bzw. seiteninterne Veränderungen vorzunehmen. Hintergrund sind neben ein paar technischen Spitzfindigkeiten auch die Zusammenlegung von dubarfst und Barfers-Selection, um den administrativen Aufwand für uns zu verringern. Wir bitten Euch darum, diese Unannehmlichkeiten zu verzeihen und werden uns natürlich bemühen diese so kurz wie möglich zu halten.
  • Hallo zusammen!


    Bin bei der Suche nach Infos auf dieses Forum gestoßen und hoffe ihr könnt mir als Anfänger weiterhelfen.

    Bei unserer Trixi wurde im Februar bei einer OP, eine CNI festgestellt. Laut dem Bluttest meinte meine TÄ, das ihre Nieren zu 70% zerstört sind.

    Sie bekommt jetzt als Medikament Pronefra und sollte dieses Nierendiätfutter bekommen und genau da beginnt mein Problem. Ich probiere es jetzt echt seid gut 3 Monaten ihr dieses Futter als Nass- und Trockenfutter anzubieten, aber sie frisst es nicht. Das einzige was sie macht, und darüber bin ich echt froh, sie schleckt das Medikament runter und das war's.

    Mir kam jetzt die Idee es mit barfen zu versuchen, doch überall liest man was anderes und mich als Unwissender verunsichert das total. Deshalb fände ich es schön wenn mir jemand von euch da weiterhelfen könnte.

    Wie stell ich richtig um, auf was muss ich achten, wo bestelle ich am besten usw.

    Ich sag schon mal danke für eure Hilfe :):)

  • Ich fange mal noch ein bisschen davor an, denn leider wird CNI manchmal schneller "diagnostiziert" als man schauen kann. Deswegen geht es gleich mit Lesefutter für dich los. Bitte beantorte die Fragen aus dem Artikel hier. Je genauere Angaben wir haben, desto besser können wir auch helfen. Zusätzlich noch die Frage, um was für eine Op. ging es?


    Ich bin sehr irritiert über die Kombination von Pronefra und Diätfutter. Pronefra ist kein Medikament, sondern ein Phosphatbinder. Phosphat (oft auch als Phosphor bezeichnet) ist der für die Nieren belastende Anteil. Ein wichtiger Nährstoff, doch bei angegriffenen Nieren sollte er geringer sein (wenn auch nicht völlig wegfallen). Deswegen gibt es die Binder für diejenigen, deren Katzen das Diätfutter (das nämlich stark phosphatgesenkt ist, eigentlich proteingesenkt, was bei Katzen noch mal ein Thema für sich ist) nicht fressen und die deswegen normales Futter geben. Dieses enthält dann nur den normalen Phosphatgehalt für gesunde Katzen und dieser wird mittels des Binders gedrosselt. Die Kombination von beidem kenne ich nur bei Katzen mit sehr fortgeschrittener CNI.


    Viele Katzen mögen das Diätfutter nicht und ich halte sie in aller Regel für sehr klug. Das Zeug ist in seiner Zusammensetzung einerseits unterirdisch, andererseits ist die drastische Proteinreduzierung für sie auf lange Sicht schädlich, weil Katzen zwingend auf die Proteine (tierischen Ursprungs) angewiesen sind. Leider interessiert es die Futtermittelindustrie herzlich wenig und dass sich erstmal positive Ergebnisse bei Kontrollen einstellen (ist klar, kurzfristig tut das Futter auch nichts, schädlich wird es erst auf lange Sicht), bestärkt halt auch viele Besitzer in der Sinnhaftigkeit.


    Ich erzähle dir jetzt also erstmal gar nichts zu den Grundlagen des Barfens bei CNI, denn bevor ich das tue, vergewissere ich mich gern, dass die CNI tatsächlich existiert. Vielleicht ist dem so und dann lässt sich da sicher ein guter Weg finden. Aber CNI-Futter bei doch nicht vorhandener CNI ist ebenfalls ungesund und deswegen gebe ich dafür nicht gern einfach so Tipps, nicht wo doch sehr viele Tierärzte leider zu vorschnell damit sind (die können in bestimmten Bereichen der Tiermedizin trotzdem sehr gute Ärzte sein, aber ihnen fehlt beispielsweise das Wissen über CNI bei Katzen).

  • Danke Kuro für deine schnelle Antwort.

    Ich versuch das ganze wie es abgelaufen ist hier nochmal zu schildern.

    Es war an einem Samstag Morgen als Trixi wie ein Häufchen Elend da saß und stark am speicheln war und Futter komplett verweigerte.

    Da meine TÄ Samstag morgens zum Glück auf hat, wartete ich nicht lang und fuhr sofort mit ihr hin.

    Sie stellte einen total kaputten und entzündeten Zahn fest, gab ihr AB und ein Schmerzmittel (davon bekam ich auch noch was mit heim ) und ich sollte sie Montag zur Zahnop bringen.

    Am Montag wurden ihr dann insgesamt 5 Zähne entfernt und die restlichen gereinigt. Da bei ihr wohl alles sehr entzündet war bis in den Rachen, meinte meine TÄ sie will das Blut auch untersuchen.

    Ich bekam das Ergebnis dann am nächsten Tag, das die Nieren angeblich zu 70% zerstört seien und sollte dieses Pronefra holen und bekam noch Futterproben mit.

    Es waren dann 2 furchtbare Wochen, denn zum einem wollte sie noch immer nix fressen und ich bekam das Mittel auch nur unter fauchen usw in sie rein. Dann hat sie sich auch noch irgendwie beim putzen eine kralle ins Auge gehauen und die Hornhaut verletzt.

    Ich hatte eine total unter Stress stehende Katze die uns nur noch anfauchte und der es von Tag zu Tag schlechter ging.

    Sie bekommt nun einfach wieder ihr gewohntes Futter mit eben diesem Phosphatbinder drin. Seid dem ist die auch wieder die Alte.

    Ich habe vor kurzem gelesen das auch durch die Narkose die Nirrenwerte viel höher sind als normal. Ist das richtig?

    Soll ich mir erstmal noch eine 2. Meinung holen?

  • Nicht nur die Nierenwerte durch Narkose. Auch kaputte Zähne. Und wenn so etwas rechtzeitig korrigiert wird, dann können sich die Nierenwerte auch erholen, weil die Nieren selbst noch nicht kaputt sind. Wird es nicht behandelt, zerstört es die Nieren.


    Eine Zweitmeinung ist eine Option.

    Aber im Grunde reicht es für den Anfang auch, dir die Befunde zu besorgen (mein Tipp: mach das immer, wenn du mal aus irgendeinem Grund zu einem anderen Arzt musst, hast du einen Verlauf, den er sich anschauen kann) und sie hier einzustellen. Außerdem gehören zu einer CNI-Diagnostik noch weitere Verfahren, die in dem Link mit aufgeführt sind. Deswegen meinte ich auch, dass es gut wäre, alle Fragen daraus hier zu beantworten.

  • Vorallem mit Abstand, so ca. 4 bis 6 Wochen, also nach dem alles abgeheilt ist, nochmal Blut nehmen - wenn es Entgleisungen mehr akuter Ursache waren, erledigen sich die mit ein bißchen Zeit von allein.

    Und wenn sie geblieben sind, kann man immer noch hektisch werden.

    Liebe Grüße von SiRu und den Katzingern!
    :computer2: :mkatzen:


    bekennendes Mitglied der BARF-Sekte :boehsebarferz2:



    P.S. Es heißt Supplemente...