Schiddrüse tastbar, T4 im Referenzbereich -> Jod reduzieren?

  • Hallo zusammen,

    Bei meiner Serafina war ja am Montag die Schilddrüse tastbar, was wohl physiologisch nicht sein sollte. Aus dem Grund wurde T4 eingeleitet, der Wert liegt bei 0,9 ug/dl (Referenzbereich 0,8-4,7ug/dl), allerdings hatte sie da zwei Tage davor nichts gefressen.

    Jetzt ist die Frage, ob ich die Jodmenge reduzieren soll, wegen der etwas vergrößerten Schilddrüse? Ich berechne die Jodmenge nach NRC, also 35ug mal Körpergewicht hoch 0,67 (-> 35 ug pro Kilo metabolischer Körpermasse).

    Allerdings schwanken die Angaben zum Jodbedarf ja sehr...

    Wenn ich den Jodgehalt reduzieren würde, bestünde die Gefahr, dass T4 unter den Referenzbereich rutscht? Oder ist der nur an der Grenze, weil Serafina nichts gefressen hat vorher?

    Ich hoffe, ihr könnt mir etwas weiterhelfen.

    Ganz leibe Grüße
    Jessica

  • Ist es sicher, dass es die Schilddrüse ist und nicht die Lymphknoten am Hals?


    Ich würde das beobachten und evtl. in 4 Wochen noch mal den T4-Wert kontrollieren lassen (ist ein eigenständiger Test) und auch die Schilddrüse noch mal abtasten lassen.

    Lydia mit Janek (geb. 2004?), SDÜ, rechtes Auge fehlt und Bella (geb. 2009?)
    und Felix im Herzen (April 1995 - 22. März 2015), hatte CNI


    Kinder lehren uns Geduld, Katzen testen sie.


    Offizielles Mitglied der Barf-Sekte


    Es heißt EHK (Europäische Hauskatze) nicht EKH (Europäisch Kurzhaar)

  • Ja, ich bin mir ziemlich sicher, dass die Tierärztin hier in der Klinik Schilddrüse von Lymphknoten unterscheiden kann ;) Die Studentin, die zuerst abgetastet hat, hat gemeint, die Lymphknoten sind deutlich größer, die Tierärztin hat bei der Kontrolle danach gemeint, die Lymphknoten sind in Ordnung, die Schilddrüse ist palpierbar.

    Ich überlege es mir mit der Nachkontrolle vom T4 noch... Meine Serafina ist ja weder daheim beim einpacken nett, noch mag sie Tierarztbesuche. Sie durfte ja letzte Woche Mittwoch schon den Tag in der Klinik verbringen und am Montag auch nochmal. Am Montag hatte sie dann eine Herzfrequenz von 232/min und eine Atemfrequenz von 80/min. Also schon deutlich aufgeregt. Sie nur deswegen in einem Monat wieder zum Tierarzt zu schleppen...

  • Eher früher. Nächste Woche direkt.

    Eher am unteren Ende befindlicher T4 bei palpierbarer Schilddrüse (das können nur sehr wenige Ärzte, wundert mich fast etwas, das Du eine Ärztin erwischt hast, die's kann) würde bei mir mehrere Sachen auslösen:

    1. Kontrollblut + zusätzlich fT4 und TSH

    2. Sono/Ultraschall, wenn möglich mit Kontrastmittel, der SD


    Absenken der Jodzufuhr wäre da definitiv nicht bei: Die SD kann auch bei zu geringer (individuell zu geringer) Jodzufuhr sich vergrößern. (So entsteht der klassische Jodmangel-Kropf.)

    Wenn weitergehende Untersuchungen nix zeigen, was so direkt behandelbar wäre... ich würde die Jodzufuhr über's Futter vorsichtig(!) nach oben korrigieren.


    T4 reagiert nicht sehr direkt auf's Futter - das dauert eher Wochen mit deutlicher Über- oder Unterversorgung, bis ein Joddefizit bzw. überschuß sich auf die Hormonproduktion auswirkt.

    Liebe Grüße von SiRu und den Katzingern!
    :computer2: :mkatzen:


    bekennendes Mitglied der BARF-Sekte :boehsebarferz2:



    P.S. Es heißt Supplemente...

  • ?(

    Erst Herzultraschall zur Kontrolle, dann fünf Tage später Ultraschall Abdomen weil sie nicht frisst und jetzt noch Ultraschall der Schilddrüse?

    Mich stört nicht mal die Tatsache, dass sie dann untenrum aussieht wie ein Flickenteppich, sondern ihr Verhalten beim Tierarzt und auch hier bei mir danach.

    Aus Zeitgründen kann ich sie nicht einfach mal zum Tierarzt bringen, untersuchen lassen und wieder heim fahren. Sie muss den Tag dann in der Klinik verbringen, die ganz und gar nicht ruhig ist. Für eine ängstlichen Katze, die sich bei jedem Geräusch verkriechen möchte ist das nicht gerade einfach...

    Ich werde der Tierärztin eine Mail schreiben und mal nachfragen (btw.: in einer Uniklinik sollten zumindest die Notdiensttierärzte die Schilddrüse erkennen können, wenn sie vergrößert ist. Von den Kardiologen, Dermatologen etc. Erwarte ich sowas nicht).

    Der T4-Wert wurde ja auch nur auf meinen Wunsch eingeleitet. Sie selbst wollte das ja gar nicht machen, da sie es erstmal für harmlos hält. Sie meinte auch, zur Früherkennung kann man den Wert einleiten, sie glaubt aber nicht, dass der irgendwie auffällig ist. Es ist wohl auch irgendwie so, dass der Wert nicht zuverlässig eine Hyperthyreose ein- bzw. ausschließen kann?

    TSH und fT4 kann man vielleicht noch nachfordern, ich weiß allerdings nicht, ob genug Serum dafür eingeschickt wurde.

    Ich schreibe jetzt einfach mal eine Mail, ist vermutlich erstmal die beste Möglichkeit. Vielleicht werde ich auch mal die Ernährungsberaterin der Klinik kontaktieren.

    Ich danke euch trotzdem für eure Antworten!

  • Ich hab geschrieben, was ich tun würd. Nicht was Du machen sollst.


    Lesefutter

    Insights into Veterinary Endocrinology

    Amerikanisches Englisch, sehr wissenschaftlich, nicht immer ganz leicht verständlich: Der Doc ist die Koryphäe auf dem Gebiet der Schilddrüse bei Hund und Katz.



    ;)Ich kann eine vergrößerte SD bei Katz palpieren - ich hab aber seit Jahren SD-Patienten hier rumlaufen.

    Das ist nicht so ganz einfach - da ist normalerweise nämlich quasi nix, was man fühlen kann.

    Und nein, auch bei Notärzten in der Kleintier-Uniklinik würde ich das nicht voraussetzen: Da erwarte ich eher Allgemeinmediziner ohne allzu große Spezialkenntnisse. (Und rechne mit dem Schlimmsten: Der Notdienst habende Arzt hat eine Spezialisierung in ganz andere Richtung, und ist in der Internistik nicht informierter, als jeder durchschnittliche Landarzt.)

    Bei auf Kleintier-Endokrinologie spezialisierten Internisten fänd ich's wünschenwert, aber find so'n Endokrinologen mal...


    Für die Hyperthyreose müsste selbst der T4 gesamt deutlich höher liegen - nämlich oberhalb 2,3 µg/dl. (Und Serafina eigentlich auch deutlich älter sein, SD-Überfunktion ist in aller Regel eines Alterserkrankung)

    Unterhalb der 4,7 µg/dl ist man immer noch in einem Graubereich, wo es durchaus sein kann, das Katz gar nicht behandelt werden braucht, weil das funktionsfähige fT4 (das freie T4) noch völlig in der Norm liegt.

    Werte über 4,7µg/dl bei T4 total garantieren aber eine SDÜ.


    Deine Serafina hat einen T4 knapp über der unteren Grenze . Wenn es bei Katzen nicht so verdammt selten wäre: Knapp vor der originären Unterfunktion. (Wobei eine Unterfunktion sich sehr ähnlich äussern kann, was die Symptomatik anlangt, wie die Überfunktion.)

    Deshalb hab ich ja auch angedacht, mal vorsichtig die Jodzufuhr über's Futter zu erhöhen.

    (Je nach dem, was fT4 und/oder TSH zeigen, kann man auch bei Katzen die SD zu mehr Arbeit anregen. Normalerweise ein Problem, mit dem man nach einer Radiojodtherapie zu tun bekommt. Und meist auch nur vorübergehend.)


    Eine weiter Untersuchung der SD mittels Bildgebender Verfahren kann z.B. ein tumoröses Geschehen sichtbar machen. Oder - besser - ausschließen.

    (Je nach dem, was da ist, kann man dann auch zeitnah handeln. Über Medikamente, oder auch invasiv.)


    Liebe Grüße von SiRu und den Katzingern!
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    P.S. Es heißt Supplemente...