mein erste BARF-Plan - welcher Profi schaut mal drüber?

  • Hallo zusammen,


    ich habe mich in letzter Zeit in das Barfen eingelesen und bin nun hier gelandet.Nach Recherche und Co. habe ich einen ersten Plan zusammengestellt für einen ausgewachsenen 35kg-Mischling. Ich wäre sehr dankbar, wenn mir ein BARF-Kenner sagen könnte, ob ich damit auf dem richtigen (oder Holz-)Weg bin, und wo noch Bedarf an Nachbesserungen besteht.


    Ausgegangen bin ich von 850g Futter am Tag (knapp 2,5% der Körpergewichts), sprich rund 340g Muskelfleisch, 135g Pansen und je 100g Innereien/RFK. Macht auf den Monat (bei 30 Tagen) dann also rund 10,2kg Muskelfleisch, 4kg Pansen und je 3kg Innereien/RFK.


    Obst und Gemüse habe ich nicht vergessen, lasse ich im Moment aber noch außer Acht bis mein Wissen zum tierischen Anteil sitzt.


    Nur würde ich für einen Monat also einkaufen:


    Muskelfleisch:

    2,5kg Huhn

    3kg Huhn-Rind-Mischung

    2kg Rinderherz (in Stücken)

    1kg Rind

    2kg Fischmischung


    Pansen:

    1kg Blättermagen

    1kg grüner Pansen

    1kg Lammpansen

    1kg Pansen am Stück


    Innereien:

    je ein kg Niere, Leber, Milz alles vom Rind)


    RFK:

    ein Putenhals (1-1,4kg)

    1kg Beinscheiben vom Rind

    1kg "Kauspaß" (Beschreibung: Fleisch am Stück mit Knochen vom Rind)


    Das Ganze dann entsprechend auf den Monat aufgeteilt und auf Abwechslung achtend gefüttert mit entsprechendem Obst/Gemüse/Öl. Haut das hin? Was sagen die erfahrenen Barfer unter euch?


    Bitte entschuldigt, die Infos bekomme ich natürlich auch online. In meinen Augen sollte es so jedoch "aufgehen" und ich würde mich einfach wohler fühlen, wenn das von jemandem, der Ahnung hat, bestätigt wird :peinlich:


    Vielen lieben Dank im Voraus für die Mühe und Zeit!


    Liebe Grüße

    Melli

  • Bei den Knochen würde ich komplett andere nehmen.

    Beinschieben würde ich überhaupt nicht füttern. Es sind durch das Sägen kleine Knochenstücke, die größere Hunde gerne mal versuchen am Stück zu schlucken, was massive Probleme bis hin zum Darmverschluss geben kann.

    Und selbst wenn der Hund sie kaut sind Beinknochen vom Rind absolut ungeeignet. Gewichtstragende Röhrenknochen von großen Tieren sind sehr harte Knochen, härter als Zahnschmelz und schädigen die Zähne des Hundes.


    Putenhälse sind für Hunde ohne Knochenerfahrung ebenfalls problematisch, da sie ein sehr ungutes Verhältnis von Knochen und Gewebe haben. Sie enthalten verhältnismäßig hohen und harten Knochenanteil auf sehr wenig Fleisch/Haut. Das ergibt gerade bei Hunden die keine Erfahrung mit Knochen haben sehr schnell und oft massiven Knochenkot und Verstopfung.


    Für den Anfang solltest du dir leichtverdauliche Knochen aussuchen. Hühnerklein, Hühnerhälse und Flügel und Entenhälse sind da ein guter Einstieg. Es gibt auch größere Knochen, die als Kauspaß geeignet sind, aber für den Anfang sollte man da an die Gesundheit und die Verdauung des Hundes denken. Nicht jeder verträgt größere Knochenmengen problemlos und viele Leute haben immer noch eine falsche Vorstellung von dem Thema. Hunde brauchen deutlich weniger Knochenmenge als viele oft meinen. Den großen Beinknochen zum Fressen, wie man es in vielen Darstellungen sieht, braucht kein Hund.

    Liebe Grüße Raphaela - 2. offizielles Mitglied der BARF-Sekte
    Envy the Country that has Heroes? I say, pity the Country that needs them..”
    Denton Van Zan

    :boehsemodz:

  • Hallo Helfstyna und vielen Dank für deine Antwort.


    Ich habe dahingehend versucht mich mehr einzulesen und bemerkt, dass des öfteren Kalbsbrustbein empfohlen wird. Meinst du, das wäre zusätzlich auch geeignet? Zusätzlich natürlich nur insofern, dass die Gesamtmenge an RFK nicht zu hoch steigt.


    Außerdem kam mir noch folgender Gedanke: Obst und Gemüse würde ich gerne vorbereitend pürieren und in Silikon-Eiswürfelformen einfrieren. Kann ich Öle, die mit in das Futter sollen hier gleich zugeben? Würde das Füttern vereinfachen und man läuft nicht Gefahr es zu vergessen oder dass einem die Flasche "ausrutscht" und es zu viel wird. Andererseits finde ich keine ordentlichen Angaben dazu, ob das Einfrieren dem Öl schaden könnte...?

  • Kalbsbrustbein kannst du probieren, wird von den meisten Hunden gut vertragen.

    Als Faustregel kann man sich merken: je jünger das Schlachttier, desto weicher die Knochen. Kalb, Lamm sind daheer gerade für Einsteiger ideal.


    Über einfrieren von Gemüse habe ich mir noch nie wirklich Gedanken gemacht. Ich mache es alle zwei Tage frisch und bewahre es im Kühlschrank auf. Bei der Frage, wie gut sich die einzelnen Ölsorten einfrieren lassen, muss ich leider passen.

    Liebe Grüße Raphaela - 2. offizielles Mitglied der BARF-Sekte
    Envy the Country that has Heroes? I say, pity the Country that needs them..”
    Denton Van Zan

    :boehsemodz:

  • So von der gelernten Hauswirtschafterin mit ausgeprägtem Hamster-Gen:

    Weder Obst noch Gemüse nimmt in den Nährstoffen Schaden, wenn Du es einfrierst.

    Die Konsistenz kann je nach Wasserhaltigkeit beim häuslichen Einfrieren schon leiden.

    (Die Industrie kann sehr viel schneller einfrieren, als wir das zu Haus je hinkriegen. Und je schneller eingefroren wird, desto weniger ballt sich Wasser zu größeren und großen Kristallen zusammen und desto weniger Sprengwirkung auf die Zellwände hat das Zellwasser.)


    Nein, auch Öle nehmen vom einfrieren erstmal keinen Schaden.

    Sie können aber nach wie vor ranzig werden - der Prozess ist eine reine Oxidation, und die funktioniert auch bei deutlich mehrstelligen Minusgraden.

    Liebe Grüße von SiRu und den Katzingern!
    :computer2: :mkatzen:


    bekennendes Mitglied der BARF-Sekte :boehsebarferz2:



    P.S. Es heißt Supplemente...

  • Ihr Lieben,


    vielen Dank für eure Antworten.


    Ich habe einfach mal Gemüse und Obst am Wochenende eingefroren und schaue mir die nächsten Tage mal an, wie sich das so (auch beim Auftauen) verhält, bevor es an's lebende Objekt verfüttert wird :)


    Gerade bei der Konsistenz mache ich mir nicht so die Gedanken, denn püriert ist püriert für mich, aber wir schauen einfach mal.


    Bei den Knochen werde ich zu Kalbsbrustbein und den empfohlenen Geflügelknochen greifen und auch hier erst mal Verträglichkeit beobachten und wie gut unser Hund damit zurecht kommt bzw. wie schnell er lernt.


    Ich bin sehr gespannt auf das alles und freue mich auf weiteren Austausch, wenn dann auch Praxiserfahrung vorhanden ist.