• Hallo zusammen.

    Da ich mich besser in das Thema einlesen möchte, habe ich mir in der Bibliothek unter anderem das Buch "Rohkäppchen und der zahnlose Wolf" von Dr. Med. Vet. Jutta Ziegler ausgeliehen. Ich kenne auch ihre anderen beiden Bücher und fand die ganz gut, deswegen habe ich jetzt mit dem angefangen.

    Allerdings sind die Angaben zum Vitamin K etwas widersprüchlich.

    Sie sagt, für die Calciumzufuhr bzw. Verwertbarkeit und Speicherung im Knochen sind Vitamin A, D und K2 notwendig, wenn eines der drei fehlt, kann kein optimaler Knochenaufbau stattfinden, es kann zu Knichenerweichungen und ungenügende Verkalkung von Knochen kommen, stattdessen setzt sich das Calcium in Blutgefäßen und anderen Geweben fest.

    Im nächsten Satz steht, dass es in der Ernährung vor allem an K2 mangelt, da die Schlachttiere mit Getreide und nicht mit Gras gefüttert werden.

    Im Kapitel über Vitamine steht bei Vitamin K das im Futtermittel eine Mischung aus K1 und K2 enthalten ist, wobei der Großteil des resorbierten Vitamin K von Bakterien des Dickdarm gebildet wird, Vitamin K2 kann also entweder durch Umbau von K1 oder durch Dickdarmbakterien gebildet werden.

    Sie schreibt auch, dass Vitamin K1 vor allem in grünen Pflanzen vorhanden ist, deswegen ist auch genügend Vitamin K2 im Fleisch enthalten, sofern die Tiere Gras bekommen haben.

    Zum Abschluss schreibt sie, dass bei gesunder Darmflora und ausreichend Fleischversorgung kein Mangel an Vitamin K auftritt.


    Ich füttere hier nur Fleisch aus dEM Supermarkt oder dem Barfshop, kein Bio also gehe ich mal stark davon aus, dass die wenigsten Tiere (ausreichend) Gras bekommen haben. Die Schlussfolgerung wäre, dass es in meinem zusammengestellten Futter an Vitamin K2 mangelt. Soll man dann grüne Pflanzen zugeben, damit genug Vitamin K1 vorhanden ist um K2 zu bilden? (vielleicht durch Grasfütterung möglich, wobei das Gras hier fast immer ausgekotzt wird)

    Oder ist das vielleicht einfach vernachlässigbar, bzw. Auch unmöglich zu berechnen, da es keine verlässlichen Angaben zum Vitamin K-Gehalt im Fleisch gibt?

    LG

    Jessica

  • :/Von einem Vit-K-Mangel bei adulten, kastrierten Katzen hab ich noch nie gelesen. Nur Warnungen vor der Variante K3 - die gilt als krebsfördernd.


    Ich zitiere jetzt mal aus

    Case, Carey, Hirakawa - Ernährung von Hund und Katze

    Leitfaden für Tierärztinnen und Tierärzte

    Unveränderter Nachdruck 1999 der 1. Auflage (die war von 1995)


    Seite 103, Abschnitt Vitamin K - rechts oben auf der Seite...


    Nutritive Mängel wären eben die fütterungsbedingten - hat es schlicht nicht. (Und nein, Massenzuchtfleischlieferanten wurden auch vor 20, 30 Jahren nicht besser ernährt, als heut.)


    ;)Hunde mit K-Mangel haben übrigens Blut(ungs)probleme, keine mit dem Knochenaufbau/der Calzifizierung.

    Hämorrhagie und verringerter Prothrombinspiegel heißen die Marker...


    :tr: Spätestens, wenn Du ab und an mal Wild, Schaf, Pferd, Ziege, Kaninchen im Futterprogramm hast, hat sich auch der relative zufuhrbedingte K-Mangel. Die suchen sich ihr Futter doch eher draussen, bzw. sind nicht so wirklich mit nur Getreide oder auch nur überwiegend Getreide ernährbar.


    Btw. es gibt auch bei den Fertigsuppies meines Wissens keines, das Vit K als Zutat hat.



    (:peinlich:Frau Ziegler find ich immer gegenprüfungswert. Sie ist nicht immer so korrekt, wie ich mir's wünschen würde.)

    Liebe Grüße von SiRu und den Katzingern!
    :computer2: :mkatzen:


    bekennendes Mitglied der BARF-Sekte :boehsebarferz2:



    P.S. Es heißt Supplemente...

  • Pferd, Kaninchen und Lamm habe ich im Sortiment, neben Huhn und Pute. Dann sollte das ja passen.

    Die Blutungsprobleme kommen ja vom Mangel an Vitamin K1, ein Mangel an Vitamin K2 kann man wohl erst sehr viel später erkennen, da ein Knochenschwund ja nicht gleich von heute auf morgen entdeckt wird. Blutungsprobleme werden oft bei Verletzungen und Operation erkannt, nur im schwerwiegenden Fall fängt das Tier ohne erkennbare Verletzung an zu bluten, so hab ich das mal gehört.

    Ich habe jetzt auch nie von Vitamin K-Supplementen gelesen. Deswegen hat mich dieser Abschnitt etwas irritiert.

    Aber das ist nicht das einzige Buch, dass ich ausgeliehen habe, keine Sorge ;) nur das einzige speziell fürs Barfen. Bei den anderen geht's um Supplemente der Tierernährung und um Ernährungsberatung in der Kleintierpraxis. Mal schauen, inwieweit die mir noch weiter helfen.

  • K1 und K2 bewirken dasselbe, die haben keine weiteren Unterschiede als die Herkunft und die chemische Molekülstruktur.

    Also im Körper... machen beide dasselbe.

    (K3 auch, aber da ist der chemide Aufbau dummerweise alles andere als Nebenwirkungsfrei.)


    Phyllochonin/K1 ist das aus Grünpflanzen. Für den strikten Carnivoren Katze so nicht verwendbar, da die Grünpflanze dafür richtig verdaut werden müsste.

    (*grins* zu den K1-liefernden Grünpflanzen gehört auch der Blumenkohl - das grün hat wohl nicht zwingend mit der Farbe zutun....)


    Menachinon/K2 ist das von den hauseigenen Bakterien im Dickdarm hergestellte - das reicht zur Bedarfsdeckung bei Katzen aus. (Zumindest hat noch keiner das Gegenteil nachweisen können.)


    Menadion/K3 ist die häufigste Form des synthtischen Ks, deutliche höhere Aktivität wie natürliches Vit K, und eben eher ungesund.


    Irritierendes wird Dir noch öfter begegnen.

    Je mehr Du in's Detail gehst, um so eher finden sich solche "Ungereimtheiten".

    (Und, wie gesagt, Frau Dr. schreibt dazu mitunter auch noch uneindeutig, weil sie genau dann es dem Leser einfach machen möcht, verständlich bleiben will, whatever... )


    :tr:Das System als ganzes ist so komplex, das die Betrachtung eines einzelnen Bausteines einen völlig in die Irre führen kann... nicht nur beim Vitamin K.

    Liebe Grüße von SiRu und den Katzingern!
    :computer2: :mkatzen:


    bekennendes Mitglied der BARF-Sekte :boehsebarferz2:



    P.S. Es heißt Supplemente...

  • :tr:Das System als ganzes ist so komplex, das die Betrachtung eines einzelnen Bausteines einen völlig in die Irre führen kann... nicht nur beim Vitamin K.

    das ermutigt mich jetzt nicht gerade mich weiter in das Thema einzulesen :wacko:

    Ich hab mir schon manchmal gedacht, vielleicht ist es doch einfach besserer, entweder einen Rechner zu nehmen oder nach Grundrezepten zu arbeiten und einfach gutgläubig das zu glauben, was da angegeben wird. Aber das ist irgendwie wider meiner Natur (ich muss meine Eltern mal fragen, ich kann mir gut vorstellen, dass ich ein "Waruuuum?"-Kind war).

    Aber dann bin ich, was das Vitamin K angeht heute schon wieder etwas schlauer geworden, danke euch!

  • Ganz ohne Erklärungen und Hintergründe gebe ich mich trotz Rechner nicht zufrieden (was auch gut ist, sonst würde ich bei Ca und P vermutlich noch immer mit Obergrenzwerten arbeiten, jedenfalls bei gesundert Katz), aber so tief steige ich auch nicht ein, was eher dem geschuldet ist, dass für mich diese ganzen naturwissenschaftlichen Zusammenhänge sehr schwer durchdringen. Mich hat das alles nie interessiert und tut es auch nur im Zusammenhang meiner Verantwortung als Katzenbesitzer.

  • :tr:

    Doch, wenn Du der Typ dafür bist, alles zu hinterfragen, dann lies Dich ein.

    Und - aus eigener Erfahrung: Beiß ab und zu in die Tischkante. (Nimm Weichholz - das ist besser für die Zähne:faxen:)

    Es gibt durchaus theoretisch betrachtete Details, die so widersprüchlich sind, das geht gar nicht.

    Funktioniert praktisch aber...


    (Reicht mitunter, 2 verschiedenen Autoren zu einem Thema zu befragen... das typische 1 Frager, 3 Antworter, 5 Meinungen.)

    Liebe Grüße von SiRu und den Katzingern!
    :computer2: :mkatzen:


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    P.S. Es heißt Supplemente...

  • dass ich ein "Waruuuum?"-Kind war)

    DAS waren bzw. sind die meisten Kinder in einem gewissen Alter.:cool:

    Lydia mit Janek (geb. 2004?), SDÜ, rechtes Auge fehlt und Bella (geb. 2009?)
    und Felix im Herzen (April 1995 - 22. März 2015), hatte CNI


    Kinder lehren uns Geduld, Katzen testen sie.


    Offizielles Mitglied der Barf-Sekte


    Es heißt EHK (Europäische Hauskatze) nicht EKH (Europäisch Kurzhaar)

  • Ohne ein gesundes "wieso-weshalb-warum" würden wir hier auch kaum zusammenkommen.


    Ich suche und lese mir ja einiges zusammen. Da es aber eben alles noch ein wenig komplexer ist, versuche ich mir nicht die kleinen Genauigkeiten zu merken, sondern eher, das was für mich im bestimmten Falle wirklich wichtig ist.


    Damit kann es aber auch gut sein, daß ich ein und dieselbe Dissertation innerhalb von zwei/drei Jahren mehrmals wegen mancher Sonderfragen lese.

    Und so kommt es auch, daß ich zwar ein paar Dinge weiß, aber nicht so wunderbar ausführlich erklären kann (und auch auf der Suche nach den Quellen dann immer wieder werweißwo lande).