Neu Barferin - und natürlich einige Fragen...

  • Hallo liebes Barf- Forum :)


    Seit ca. 3 Wochen sind nun meine beiden Fellnasen auf komplett- Barf umgestellt. Es war quasi "ihre Idee", denn nachdem immer mehr am Nassfutter herumgemäkelt wurde, und ich zum Schluss fast immer alles entsorgen musste, habe ich einfach mal die Rohfleischfütterung ausprobiert.

    Und siehe da: beide lieben es und verschlingen es mit Genuss und ungewohnten Raubtiegeäuschen :thumbsup:


    Natürlich habe ich mich vorher gut eingelesen und mich mit dem Kalkulator beschäftigt, bevor ich mich an das erste Rezept gewagt habe. Dennoch ergibt sich in der Praxis aber die ein oder andere Frage, auf die ich hier Antworten zu finden hoffe.


    1. Die angezeigte Menge an zuzugebendem Fett ist immer so hoch. Ich habe in meinem ersten Rezept das Schweineschmalz zusammen mit einem Teil Putenbrust gewolft, in meinem zweiten verflüssigt und in das Futter gemischt. So oder so ergibt das immer Fettklumpen und genau diese Fettstückchen bleiben nun immer im Napf zurück. Ich habe schon mal hier irgendwo gelesen, man könne das Fett seperat anbieten. Wie genau? Alles? Einen bestimmten Anteil??


    2. Gleiches gilt für das Wasser. Wenn ich all das Wasser, was mir im Rezept angezeigt wird hinzufügen würde, dann hätte ich ja Suppe. Kann doch gar nicht sein :ka: Ich friere nun also ohne Wasserzusatz ein und übergieße die Portionen beim Servieren mit Wasser. Aber auf die Menge, die es laut Rezept sein müsste, komme ich dabei im Leben nicht.


    3. Blut <X Nicht mein Thema... Im ersten Rezept habe ich mit Fortain gearbeitet. Alles ok, so lange kein Wasser dazu kam :lach:

    MIT Wasser wurde es sehr wohl eines (für mich). Daher meine Frage: Kann ich dauerhaft mit Eisentabletten (50mg ohne Vitamin C) supplementieren, oder sollte es schon zumindest ab und an auch Fortain sein?


    4. Knochen. Zuletzt wollte ich mich an ein Knochenrezept heranwagen und war direkt etwas abgeschreckt als der Kalkulator mir mitteilte, das sollten doch besser nur erfahrene Barfer tun. Bin ich ja nicht :st:

    Hab´s dennoch versucht und war etwas verunsichert: Wenn ich beispielsweise 500g Putenkeule mit Knochen zugeben möchte, dann ist das Gesamtgewicht gemeint, richtig? Nicht der reine Knochenanteil!? Und dazu dann also mindestens 1000g reines Fleisch, korrekt??


    Sorry für den langen Text und die vielen Fragen, aber ich will es ja richtig machen.

    Danke! :)

  • :hal:

    zu 1.

    a) Ausreichend fettes Fleisch verwenden - also nicht das Filet, sondern z.B. Hühnerschlegel mit Haut, Putenoberschenkel mit Haut, Rindersuppenfleisch... das erspart einem den Ärger mit dem Schmalz.


    b) Den Kalki-Fett und Energiewunsch "ignorieren".

    Der Kalki will 70 kcal/Tag/kg Katze - das ist für kastrierte Tiere in aller Regel selbst dann zuviel, wenn sie regelmäßig rausgehen.

    Zum Einstieg 80% der Energiebedarfsdeckung anstreben - das sind immer noch 56 kcal/Tag/kg Katz.

    Weniger Energie im Futter bedeutet automatisch weniger Fettzugabe.
    ;)Normalerweise sind um die 8% Fettgehalt im Barf auch so hinzukriegen. Und mehr braucht's i.a.R. nicht.


    Katzen können ihren Fettbedarfs sehr exakt fressen - von daher sind Fettklümpchen gar nicht schlecht.

    Die kann Katz aussortieren, wenn ihr das Fett zu viel ist - was Deine beiden ja machen.

    Ich würde in den nächsten Rezepten mal den Fettgehalt reduzieren.

    Die Fettmenge ist etwas, wo wir gut dran tun, auf unsere Katzen zu hören. :tr:


    Fett separat anbieten: Schlicht ein Tellerchen mit einem Kleckschen Fett an der Futterstelle bereitstellen.

    Von dem rechnerischen Fettbedarf (für die 80% Energiebedarfsdeckung höchstens berechnet) max. 2/3 in's Futter, den Rest eben extra.


    zu 2.

    Schmalz ist nahezu 100 % wasserfreies Fett.

    Der Kalki will 75% Feuchte im Barf.

    Da braucht's dann Massen Wasser...


    Nimm nur soviel Wasser, das Du die Suppies gut zum Fleisch bekommst - und eben auch da maximal das, was Deine Katzen zuverlässig wegschlabbern. Wenn die Suppe übrig bleibt, taugt das auch nix.


    zu 3.

    Du kannst dauerhaft mit den Tabletten arbeiten.

    Blut sieht übrigens anders aus (und riecht auch anders), als Fortain. Es liefert auch mehr, als nur Eisen...

    (Frisches Blut riecht deutlich weniger, als Fortain. Farblich ist es je nach Tierart etwas bis sehr deutlich heller, auch im fertigen Barf. Die Kakaofarbe von Fortain erreicht man mit Blut nie...)


    zu 4.

    Jupp, wäre Putenkeule mit allem.

    Ähm... Putenknochen kannst Du für Knochenrezepte eigentlich vergessen. Das sind derart dicke und harte Knochen, die knackt Katz nicht.

    Und die üblichen Hausgebrauchsfleischwölfe kriegen die Knochen auch nicht klein - dafür brauchst Du echte Profigeräte.

    Was für Katzen an Knochen geht, sind Hühnchenknochen/karkassen, oder Kaninchenrippen... dünne, kleine Knochen.


    Dazu kommt, das Ca und P in Knochen nun mal schwanken und z.B. Hühnchenknochen i.a.R. nicht auskalzifiziert sind - die Tiere leben einfach nicht lang genug dafür. Damit ist die Ca-versorgung nicht ganz sicher hinzukriegen - und das Ca/P-verhältnis ist immer mehr geraten als berechnet.


    (Der Kalki bietet von Haus aus eh nur sehr wenig Knochiges. Du müsstest Dir dazu also auch noch die passenden Daten zusammensuchen.

    Suchhilfe)


    Nimm Knochenmehl - das ist bequem berechenbar, ist auch das Mineralstoffkomplettpaket...

    Liebe Grüße von SiRu und den Katzingern!
    :computer2: :mkatzen:


    bekennendes Mitglied der BARF-Sekte :boehsebarferz2:

  • Wow, vielen Dank für deine ausführliche Antwort!! :schü:

    Dann ist das ja alles schon einmal gar nicht soo verkehrt.


    In meinem Knochenrezept habe ich tatsächlich Hähnchenkeule verwendet und die hat mein Fleischwolf auch fein klein gemahlen. :yes:

    Knochenmehl steht aber natürlich auch im Regal und wurde ja auch schon verwendet.


    Ich find´s spitze!:kon: Die Katzen mögen es, nichts wird mehr weggeschmissen und man kann selber bestimmen was in den Napf kommt. Super! :jaha:


    Danke für die Antwort und für alle anderen Antworten, die mir dieses Forum durch´s Durchstöbern schon geliefert hat!

  • oder sollte es schon zumindest ab und an auch Fortain sein?

    ich persönlich würde Fortain nach und nach verwenden, evtl. in Kombination mit Tabletten.

    Das ist wenigstens etwas natürlicher als Tabletten.

    Und bitte immer daran denken, Barf soll NICHT FÜR DICH, sondern für die Katzen lecker sein.

    Lydia mit Janek (geb. 2004?), SDÜ, rechtes Auge fehlt und Bella (geb. 2009?)
    und Felix im Herzen (April 1995 - 22. März 2015), hatte CNI


    Kinder lehren uns Geduld, Katzen testen sie.


    Offizielles Mitglied der Barf-Sekte


    Es heißt EHK (Europäische Hauskatze) nicht EKH (Europäisch Kurzhaar)

  • Und bitte immer daran denken, Barf soll NICHT FÜR DICH, sondern für die Katzen lecker sein.

    Ääääh ja, schon klar... :jaha:

    Wenn es unbedingt nötig ist, auch mit frischem Blut oder eben Fortain zu supplemetieren, dann tue ich das. Ist es das aber nicht, dann verzichte ich eben gerne drauf.


    Musste jetzt gerade echt lachen, weil mein Mann, in seiner gespielten Eifersucht auf die Katzen, beim Anblick der zu verabeitenden Fleischberge hier immer mosert, die Katzen bekämen besseres Essen als er...

    Hatte ihm angeboten zu probieren. :faxen:

  • Ich verwende auch kein frisches Blut, weil es 1. nicht überall zu haben ist und ich in letzter Zeit wenig im Netz bestellt habe und 2. weil es mir zu umständlich in der Handhabung war.

    Fortain kann man auf Lager haben.:cool:

    Lydia mit Janek (geb. 2004?), SDÜ, rechtes Auge fehlt und Bella (geb. 2009?)
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