Möglichkeiten der Knochenfütterung u. -verarbeitung

  • Hallo ihr lieben Foris! :)


    Da ich das in diesen Weihnachtsferien (die heute leider zu Ende gehen) glaube ich min. 2-3mal in verschiedenen Themen beschrieben habe, wird das Thema „Knochenfütterung“ jetzt mal zusammengefasst. Diese Idee hatte die liebe Kuhkatze: , und der Bitte das mal alles mit etwas mehr Erklärung zusammenzufassen, damit es angepinnt werden kann komme ich natürlich sehr gerne nach!


    Viele sind bei dem Thema Knochen unsicher – man ließt von splittern, scharfen Knochenstücken, Blut im Kot, Verstopfung und Knochenkot. Doch mit ein bisschen Hintergrundinfos und wenn man die Sache langsam angeht findet bestimmt jeder eine Art der Knochenfütterung/-verarbeitung, die ihm selber und den Katzen zusagt.
    Und zu dem splittern - wir reden von Rohfütterung und da splittert gar nix. Nur gegaarte (kochen, backen, Microwelle auftauen) Knochen splittern


    Vorher noch etwas persönliches von mir: Ich füttere grundsätzlich nur Knochen von Geflügel bis zur Größe von Huhn/Ente – und von Säugetieren bis zur Größe von Kaninchen/Hase. Alles was größer ist erscheint mir als „komplettes“ Beutetier mit Knochen in einer Weise „unnatürlich“. Die Knochen
    von großen Tieren können sehr hart sein und auch ich habe von Schauergeschichten wie Blut im Kot (auch bei Hunden) nach Verfütterung von Putenknochen gehört. Mit den Knochen von „kleinem“ Geflügel und Säugern habe ich persönlich noch keine Probleme gehabt und )bei gesunden Tieren und sachgemäßer Anwendung) auch noch von keinen Problemen gehört.


    Häufigkeit und Menge der Fütterung:
    Je nach Art der Knochen enthält ein Rezept 1/6 – 1/3 Knochen.
    Jede 3.-4. Mahlzeit die die Katze bekommt bzw. jedes 3.-4. Rezept, das man mischt darf eine Mischung mit Knochen sein – wenn man davon ausgeht, dass alle Mahlzeiten/Rezepte in etwa gleich groß sind.
    Wer Tagesportionen macht, gibt also etwas 2x die Woche eine Knochenmahlzeit. Wer Halbtagesportionen macht gibt 4x die Woche eine Knochenmahlzeit usw.


    Grundrezepte:
    Es gibt hier natürlich das Grundrezept mit Knochen . Doch viele schreckt „ein ganzes Huhn mit Knochen“ ab – verständlicherweise. Denn wer will zum ersten testen von Knochenfütterung ein ganzes Huhn zerlegen. Aber:
    Es ist möglich das Grundrezept mit jeder Art von Knochen zu gestalten! Man muss nur bedenken, dass das Grundrezept sich auf „fleischige Knochen“ bezieht. Je weniger Fleisch also an den verwendeten Knochen hängt, umso größer muss der Fleischanteil im Futter sein.


    Die folgende Aufteilung ist meine Aufteilung je nach Knochenart für die Grundrezepte. Fleisch bezeichnet hier, wie sonst auch, alles an Muskelfleisch (also auch Herz, Magen und evtl. Lunge, Zunge...). Geflügelhälse sollten nur ohne Haut gegeben werden, da ansonsten Schilddrüsenteile/-hormone
    enthalten sein können und den Hormonhaushalt der Katze durcheinander geben können.


    Bei Geflügel (zB Huhn, Ente, Wachtel,Taube, Rebhuhn):
    5/6 Fleisch + 1/6 Hälse/fleischlose, ausgelöste Knochen
    3/4 Fleisch + 1/4 Karkassen/Flügel
    2/3 Fleisch + 1/3 Schenkel/komplett (ausgenommen)
    Bei Hase/Kaninchen:
    3/4 Fleisch + 1/4 Karkassen/Köpfe/Schulter
    2/3 Fleisch + 1/3 Schenkel/komplett (ausgenommen)


    Komplette Tiere, die nicht ausgenommen wurden, aber keine Federn/Fell mehr haben, kann man das Grundrezept ohne Leber verwenden.
    Komplette Tiere, die nicht ausgenommen wurden und auch noch Federn/Fell haben (zB Eintagsküken, Mäuse, Ratten) müssen nicht supplementiert werden. Sie sind eine komplette Mahlzeit.
    Es gibt auch die Möglichkeit auch easyBarf Rezepte mit Knochen zu machen. Dazu nimmt man das Grundrezept von easyBarf , die Knochen-Fleisch-Verteilung wie oben genannt und dafür dann kein Calciumsupplement.


    Kalkulator:
    Im Kalki sind verschiedene Hühnerknochen hinterlegt, sodass man für diese Sorten etwas genauer rechnen kann, als mit den Grundrezepten.
    Für die Knochen-Fleisch-Verteilung nimmt man zu Beginn die oben im Grundrezept angegebenen Werte.
    Danach guckt man, ohne vorher jegliche Supplemente zuzufügen, auf die Auswertungsseite. Der Wert, der da interessiert ist Phosphor.
    Ist dieser unter 100% machst man im Kalki wie gewohnt weiter – gibt also die Supplemente zu.
    Ist der Wert über 100% nimmst man nach und nach etwas Knochen aus dem Rezept (zB. 25g oder 50g) und dafür die gleiche Menge an Fleisch
    mehr dazu. Dann guckt man wieder in der Auswertung nach dem Phosphorwert. Solange weniger Knochen und mehr Fleisch ins Rezept, bis der Phosphorwert unter 100% ist.
    Und erst dann im Kalki ganz normal weiter machen, wie er es dir vorschlägt.


    Auch wenn der Kalki zu Beginn noch sagt, dass der Phosphorwert unter 100% ist werden NIE mehr Knochen zugefügt! Der fehlende Anteil an Phosphor wird mit DiCalciumPhosphat oder Knochenmehl ergänzt.


    Die Verarbeitung und Verabreichung:
    Ich unterscheide erstmal grob drei Möglichkeiten die Knochen an den Mann... ääähm an die Katze zu bringen: gewolft ins Rezept, in Stücken ins Rezept und in Stücken separat.


    1. Man nimmt für den Knochenanteil gewolftes. Das lässt sich natürlich leichter unter´s Fleisch ins Rezept mischen und alles ist gleichmäßiger. Allerdings haben die Katzen dann keinen "Spaß" an den Knochen. Die Katze ist quasi „gezwungen“ die Knochen zu fressen - (ähnlich wie mit
    Schmalz/gewolftem Fett) hat sie keine wirklich große Möglichkeit das Futter selber zu sortieren.


    2. Man mischt die Supplemente und alles nur unter das Fleisch selber und verteilt es auf so viele Tagesportionen wie errechnet (oder doppelt so viele, bei Halbtagesportionen usw.) in Tüten/Dosen. Die „ganzen“ Knochen, die mit ins Rezept gehören zerteile ich mit einer Geflügelschere in
    so viele Teile, wie ich Portionen habe. Dann kommt in jede Tüte/Dose oben ein Stück Knochen und alles wird eingefroren.
    Bei Halbtagesportionen, oder wenn man die Knochen in nicht genügend kleine/viele Teile zerkleinern kann (oder will) ist es meist besser, wenn man ein Stück Knochen in jede zweite Tüte/Dose gibt.
    In einem Mehrkatzenhaushalt werden ja oft (Halb-)Tagesportionen für alles Katzen zusammen eingefroren. In diesem Fall muss natürlich darauf geachtet werden, dass entweder für jede Katze ein Stück Knochen enthalten sein, oder gar keins. Je nach Größe der Rezepte kann es so dazu kommen, dass nur in jeder 2.-3.-4. Tüte/Dose Knochenstücke enthalten sind.
    Auch wenn nicht jede Mahlzeit von diesem Rezept Knochen enthält, so zählt das ganze Rezept als eines mit Knochen. Jede Mahlzeit aus diesem Rezept zählt somit als Knochenmahlzeit. So kann es also sein, dass nicht jede 3.-4. Mahlzeit wirklich Knochen enthält, sondern nur jede 6.-8. Mahlzeit.
    Es macht nichts, wenn die Knochenstücke nicht alle gleich groß sind – am Ende des Monats hat sich das wieder ausgeglichen.


    3. Auch hier werden die Supplemente und alles nur unter das Fleisch selber gemischt und alles wird auf die errechneten (Halb-)Tagesportionen verteilt und eingefroren. Die Knochen werden separat eingefroren.
    Die Knochen werden in etwas 50g-75g (pro Katze) Stücke zerteilt/porioniert und so eingefroren. Man muss gucken, wie viele Portionen gesuppten Fleisch man hat und wie viele Portionen Knochen. Hat man doppelt so viele Fleischportionen wie Knochen, so gibt es 2x die Woche Fleisch und 1x die Woche Knochen (oder 4x und 2x). Man kann sich das ganze also auch vereinfachen und ein paar Stücke Knochen mehr oder weniger portionieren, um auf ein gerades Verhältnis zu kommen.
    Auch hier zählt das gesuppte Fleisch zu den Knochenrezepten. Bei Ein-Tagesportionen gibt es also 2x die Woche davon (oder andere Knochenrezepte) und, je nach Verhältnis, die dazugehörigen Knochen.


    So, dass war jetzt auch erstmal genug Info und genug genau erklärt. Ich hoffe mit der Übersicht wird in Zukunft ein bisschen Verwirrung und Unsicherheit weniger besteht.

    Teilzeit-Katzenmutti Lisa
    mit den Teilzeit-Streunen-Schmusern Borg(ie) und Tilly
    Und allen Vermissten & Sternchen!


    meine Website