Ernährungsbedingte Erkrankungen bei Frettchen

  • Hallo,


    eine artgerechte Ernährung von Frettchen ist unumgänglich, um das Risiko einiger Erkrankungen und Mangelerscheinungen zu minimieren. Da ist BARF naürlich die intelligenteste Lösung!


    Natürlich gibt es noch weit mehr Erkrankungen, die durch eine gesunde Ernährung vermieden oder wenigstens positiv beeinflusst werden können; ich stelle erstmal drei vor.


    Insulinom


    Ein Insulinom ist Krebs in den insulinproduzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse.


    Zu diesem Thema zitiere ich Susan Brown:


    "Ein weiterer Einwand gegen die Fütterung von kohlenhydratreichem Futter ist die Belastung in den Beta-Zellen der Bauchspeicheldrüse. Leider ist das Insulinom, oder Krebs in den Beta-Zellen, ein weit verbreitetes Problem in amerikanischen Frettchen älter als 2 Jahre.


    Die Hauptfunktion der Beta-Zellen besteht darin, auf Steigerungen von Glukose im Blut zu reagieren, in dem sie zur Kontrolle Insulin produzieren. Wenn normale Beta-Zellen mit höheren Glukose-Levels als normal bombardiert werden (die durch Kohlenhydrate entstehen), können sie hypertrophieren (Überfunktion), um mit dem Insulin-Bedarf mitzuhalten.


    Wenn die kohlenhydratreiche Ernährung anhält, kann eine völliger Burnout der Zellen auftreten, was der Grund ist, warum Haustiere oder Menschen eine durch die Ernährung ausgelöste Diabetes bekommen.


    Eine andere Möglichkeit ist, dass die Zellen – anstelle dem Burnout - von Hypertrophie zu Neoplasie (Krebs) übergehen. Neoplasie ist das anomale Wachstum von Zellen, eine Hyperplasie kann diesem vorangehen. Ich möchte betonen, dass dieser genaue Vorgang beim Frettchen noch nicht wissenschaftlich belegt wurde, aber dass das Szenario absolut eine realistische Möglichkeit ist.


    Es ist erschreckend, dass in Ländern, in denen Frettchen über die Jahre hinweg roh und fleischlich ernährt wurden, kaum Insulinom auftrat, aber dass in denselben Ländern die Vorliebe für vorgefertigte Futtersorten inzwischen steigt, und auch Insulinom-Fälle gehäuft auftreten. Trotzdem, müssen wir unsere Frettchen mit Nahrungsmitteln füttern, die mit ungeeigneten Stoffen versetzt sind?"

    Symptome eines Insulinoms sind ein erniedrigter Blutzucker, Müdigkeit, Lahmen, Taumeln, Zittern, Benommenheit, Krampfanfälle.
    Häufig kommt eine OP in Frage, andere Frettchen werden medikamentös behandelt.
    Im akuten Notfall müssen erstmal Kohlenhydrate verabreicht werden.


    Also Finger (und Branten) weg von Zucker in Form von Obst, Rosinen, Zusätzen in Leckerlies und Fertigfutter! Frettchen brauchen keine speziellen Leckerlies; kleine Fleischstücke eignen sich genauso gut - nein, noch viel besser!



    Botulismus


    Botulismus ist eine Vergiftung des Körpers durch das Bakterium Clostridium botulinum. Dieses kann im Frischfuter vorkommen.
    Es bildet sich unter Luftabschluß (obligat anaerob). Daher darf Fleisch niemals luftdicht gelagert werden; also Frischfleisch zum Auftauen oder Lagern offen auf einen Teller legen und in den Kühlschrank stellen.


    Kommt einem das Fleisch nach dem Öffnen der Verpackung "verdächtig" vor, oder ist Packung "aufgebläht", sollte man es entsorgen.


    Symptome treten nach wenigen Stunden bis zu 4 Tagen auf.
    Speicheln, Lähmungserscheinungen, Teilnahmslosigkeit und Atemnot sind typisch.
    Eine Therapie gibt es nicht; der Tod erfolgt durch Lähmung der Atemmuskulatur.


    Botulismus sollte jedoch kein Argument gegen das Barfen sein. Wenn man die geschilderten Maßnahmen ergreift, ist das Risiko sehr gering. Viele Barfgegner weisen trotzdem immer wieder auf Botulismus hin und dramatisieren die Gefahr.



    Taurinmangel


    Bei einer zu geringen Aufnahme von Taurin kommt es zu Mangelerscheinungen.
    Diese führen u.a. zur Degeneration der Netzhaut, Kardiomyopathie und retardiertem Wachstum.


    Die Prophylaxe besteht in einer ausreichenden Zufuhr von Taurin, orientierend an den Bedarfswerten für Katzen.


    Mäuse, Herz, Meeresfrüchte und dunkles Fleisch sind Taurinlieferanten; erhältlich sind aber auch Taurinsupplemente.


    Taurin reguliert den intra- und extrazellulären Calciumspiegel. Das ist wichtig, weil ein Ca-Überschuss in den Zellen zum Zelltod führt.


    Gespeichert wird es vor allem in der Skelettmuskulatur und im Herz; ausgeschieden wird es mit dem Urin.


    (nachzulesen bei www.preventnetwork.com)

    I took a deep breath and listened to the old bray of my heart:
    I am, I am, I am.


    (Sylvia Plath: The Bell Jar)