CNI bei Katzen

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Ursachen und Diagnostik


Es ist wichtig, die gestellte Diagnose erst einmal zu überprüfen, denn leider sind Tierärzte hierbei oft sehr übereifrig. Deswegen sollte man als Besitzer zunächst überprüfen, mit welchen Voraussetzungen die Katze zum Tierarzt gekommen ist und welche Untersuchungen durchgeführt worden sind.


  1. Haben Symptome zum Tierarztbesuch geführt, wenn ja, welche? Oder handelt es sich um einen Zufallsbefund?
  2. Wie alt ist die Katze?
  3. Womit wird die Katze bislang ernährt?
  4. Liegen bereits Erkrankungen vor, wenn ja, welche?
  5. War die Katze vor der (meist erfolgten) Blutentnahme nüchtern, wenn ja, wie lang (empfohlen wird 10 – 12 Stunden; nüchtern bedeutet, dass es nichts außer Wasser gegeben hat, auch kein einziges Leckerchen)?
  6. Welche Untersuchungen wurden außer der Blutentnahme noch durchgeführt (Blutdruckmessung, Urinuntersuchung, Nierenschall/-sonografie)?
  7. Wenn der Blutdruck erhöht war, wurde eine kardiologische Untersuchung empfohlen?
  8. Welche Blutwerte wurden bestimmt (nur einzelne, kleines Blutbild, großes Blutbild, geriatrisches Profil)? Wie sind die Werte (am besten das gesamte Blutbild einstellen)?
  9. Welche Therapie/Medikamente wurde besprochen/verordnet?
  10. Wie soll in Zukunft verfahren werden?
  11. Wie ist der Zustand der Zähne?


Das sind nicht wenige Fragen, aber ihre Klärung ist wichtig, auch im Zusammenhang mit einem Austausch im Forum. Im Folgenden gebe ich euch deswegen einige Erklärungen zu den Fragen.


  1. Haben Symptome zum Tierarztbesuch geführt, wenn ja, welche? Oder handelt es sich um einen Zufallsbefund?
    Es gibt CNI-typische Symptome. Struppiges Fell, Gewichtsverlust, vermehrtes bis exzessives Trinken und Urinieren, Übelkeit, Erbrechen und Inappetenz sind wohl die Üblichsten.
    Es ist jedoch auch nicht selten, dass man nur zu einem Routinecheck oder zum Impfen geht und der Tierarzt dabei zu dieser Diagnose kommt (zu kommen meint).
  2. Wie alt ist die Katze?
    CNI ist grundlegend eine Altersdiagnose. Die Nieren der Katze sind sehr empfindlich und je länger sie ihren Dienst tun, desto wahrscheinlicher verschlechtert sich ihr Zustand.
    Allerdings gibt es genügend weitere Faktoren, die zu einer chronischen Erkrankung führen können und davon können dann auch sehr junge Tiere betroffen sein. Dazu zählen beispielsweise andere Erkrankungen, allen voran Herzerkrankungen (deswegen folgen diesbezüglich auch noch Fragen), aber auch eine neu behandelte SDÜ (Schilddrüsenüberfunktion) kann zum Auftauchen einer CNI führen (eine unbehandelte SDÜ kann eine CNI maskieren). Ebenso kann eine vorangegangene akute Niereninsuffizienz, die nicht selten durch eine Vergiftung ausgelöst wird, zu einer chronischen werden, wenn sie nicht sehr zügig behandelt wird. Dafür muss die Katze meistens über mehrere Tage stationär betreut werden (permanente Flüssigkeitszufuhr über einen Tropf ist dabei unumgänglich). Auffällig ist, dass die Blutwerte bei einer akuten Niereninsuffizienz (ANI) in der Regel drastisch in die Höhe gehen, während es sich bei einer CNI eher um einen schleichenden Prozess handelt.
  3. Womit wird die Katze bislang ernährt?
    Das Futter kann einen großen Einfluss haben. Deswegen ist es wichtig zu schauen, ob eine mögliche CNI ihre Ursache auch in der bisherigen Fütterung haben kann. Trockenfutter begünstigt eine solche Erkrankung massiv, da die Nieren viel zu wenig gespült werden. Auch das Argument, dass die Katze ja viel trinke, hinkt, denn Katzen trinken evolutionär bedingt zu wenig. Sie stammen von der Falbkatze ab, die in Wüsten- bis Steppengebieten lebt und ihren Flüssigkeitsbedarf über die Nahrung deckt. Das haben unsere Katzen – egal welcher Rasse – übernommen. Deswegen ist es wichtig, dass das Futter ausreichend Flüssigkeit enthält.
    Je hochwertiger das Futter, desto besser ist die Grundvoraussetzung für die Nieren (genetische Dispositionen oder die Belastung durch andere Erkrankungen können dennoch dazu führen, dass die Katze an CNI erkrankt). Ein hoher Anteil an hochwertigen Proteinen, eine ausgewogene Zusammensetzung, der Verzicht auf unnötige pflanzliche Bestandteile sind dafür wichtig.
  4. Liegen bereits Erkrankungen vor, wenn ja, welche?
    Wie bereits erwähnt, können sich andere Krankheiten auf die Nieren auswirken. Gerade Herzerkrankungen ziehen häufig eine CNI nach sich (vor allem, je weniger oder später sie behandelt werden). Bluthochdruck wirkt sich auf die engen Gefäße der Nieren aus. Dasselbe gilt allerdings auch für einen zu niedrigen Blutdruck. Deswegen ist es wichtig, dass im Rahmen einer CNI-Diagnostik immer auch der Blutdruck gemessen wird. Es gibt Tierärzte, die auf Basis von Blutwerten sofort mit einem Herzmedikament behandeln wollen. Sie begründen diese Vorgehensweise damit, dass die meisten CNI-Katzen einen zu hohen Blutdruck hätten. Das mag zutreffen, doch gilt dies eben nicht für alle. Die Aussage, dass man bei Katzen keinen Blutdruck messen könne, ist falsch. Ein erfahrener und kompetenter Tierarzt ist dazu durchaus in der Lage und weiß ebenfalls, wie er die Werte interpretieren muss, je nach Aufregung der Katze.
  5. War die Katze vor der (meist erfolgten) Blutentnahme nüchtern, wenn ja, wie lang (empfohlen wird 10 – 12 Stunden, nüchtern bedeutet, dass es nichts außer Wasser gegeben hat, auch kein einziges Leckerchen)?
    Dies ist sehr wichtig, da ein Teil der Nierenwerte im Blut durch Futter beeinflusst wird. Handelt es sich bei der Diagnose um einen Zufallsbefund, ist es zumindest wichtig mitzuteilen, dass die Katze nicht nüchtern war, damit dies in die Interpretation der Blutwerte einbezogen werden kann.
  6. Welche Untersuchungen wurden außer der Blutentnahme noch durchgeführt (Blutdruckmessung, Urinuntersuchung, Nierenschall/-sonografie)?
    Blutwerte allein sichern keine CNI!
    Es gibt mittlerweile drei Werte im Blut, die einen Hinweis auf CNI liefern können: Kreatinin (Krea, Crea), Harnstoff (UREA, BUN) und SDMA.

    Kreatinin ist ein Abbauprodukt aus der Verstoffwechslung von Muskeln. Ein erhöhter Wert deutet auf eine Nierenbelastung oder auch -schädigung hin. Allerdings ist der Wert auch bei Fütterung mit viel Muskelfleisch erhöht (was bei Katzen, die gebarft oder mit hochwertigem Nassfutter ernährt werden, der Fall sein kann). Ebenso sind höhere Werte bei großen, muskulösen Katzen nicht untypisch, was einfach an deren höherer Muskelmasse liegt. Darüber hinaus steigt der Kreatininwert jedoch auch an, wenn entzündliche Prozesse im Körper vorliegen. Es spielt keine Rolle, ob die Nieren davon betroffen sind, das gilt für jede Entzündung. Mehr dazu in Hinblick auf Frage 11.

    Harnstoff ist der Wert, der durch die Fütterung beeinflusst wird. Ein zu hoher Harnstoffgehalt im Blut führt zu Übelkeit. Deswegen wird der Wert auch als Indikator angesehen, wenn Katzen vor Übelkeit nicht fressen. Da der Wert jedoch nach jeder Fütterung steigt, ist er allein nicht aussagekräftig. Ist er dagegen bei einer nüchternen Katze ebenfalls erhöht, ist das ein weiteres Indiz für eine vorliegende CNI (wenn auch weiterhin keine absolute Sicherheit).

    SDMA ist mit knapp zwei Jahren Praxis noch verhältnismäßig neu. Und bislang ist seine Zuverlässigkeit nicht bestätigt. Er soll früher als Kreatinin anzeigen, ob die Nieren ihre Funktion vollumfänglich verrichten. Allerdings gibt es bereits Fälle von eindeutig CNI-diagnostizierten Katzen mit einem SDMA-Wert im Referenzbereich, ebenso wie es Katzen gibt, die eindeutig noch keine CNI haben, aber einen auffälligen SDMA-Wert aufweisen. Hinzu kommt, dass sich zerstörtes Nierengewebe nicht wieder regeneriert. Das bedeutet, dass ein erhöhter Wert nicht wieder verbessert werden kann. Aber auch dahingehend gibt es bereits Fälle. Dennoch sollte man einen erhöhten SDMA-Wert nicht ignorieren, sondern ihn immer als Anlass zu weiterer Diagnostik nutzen, um sicher zu gehen, dass keine CNI vorliegt.

    Die Urinuntersuchung steht neben den Blutwerten an erster Stelle. Hierbei wird auf den Protein-Kreatinin-Quotienten (UPC) und das spezifische Gewicht untersucht.

    Der Protein-Kreatinin-Quotient gibt an, wie viel Protein über den Urin ausgeschieden wird. Es ist wichtig, das nicht mittels eines Urinsticks in der Tierarztpraxis durchführen zu lassen, sondern in einem Labor. Katzen als Carnivoren nehmen weit mehr Proteine zu sich als wir Menschen. Das muss auch so sein. Dementsprechend wird auch immer ein bisschen Protein über den Urin ausgeschieden. Für die CNI-Diagnostik ist es aber erst relevant, wenn eine Proteinurie, eine vermehrte Proteinausscheidung über den Urin, vorliegt. Und die Sticks, die aus dem humanen Bereich stammen, reagieren sofort, wenn Proteine im Urin zu finden sind. Das gibt aber keinen Aufschluss darüber, ob es eine vermehrte oder für Katzen normale Menge ist. Das muss im Labor festgestellt werden.

    Das spezifische Gewicht zeigt an, wie gut der Harn konzentriert werden kann. Mit abnehmender Nierenleistung sinkt diese Konzentration.

    Darüber hinaus ist die bildgebende Darstellung eines Nierenschalls hilfreich, um sich einen Überblick zu verschaffen, wie das Nierengewebe ausschaut. Eine gesunde Niere unterscheidet sich auch in der Optik eindeutig von einer kranken.

    Die Blutdruckmessung ist wichtig, da ein zu hoher Blutdruck die Nieren belastet. In einem solchen Fall ist die Gabe eines blutdrucksenkenden Medikaments in Betracht zu ziehen. Dies sollte aber niemals ohne erfolgte Blutdruckmessung geschehen.
  7. Wenn der Blutdruck erhöht war, wurde eine kardiologische Untersuchung empfohlen?
    Das ist nicht zwingend erforderlich, sondern eher davon abhängig, inwieweit das Herz auffällig ist. Ist nur der Blutdruck etwas erhöht, muss nicht zwangsläufig ein Kardiologe aufgesucht werden (es schadet aber auch nicht, immerhin ist er auf dieses Fachgebiet spezialisiert). Kommen zusätzlich aber beispielsweise Auffälligkeiten beim Abhören (fachlich: Auskultieren) dazu, sollte ein Kardiologe unbedingt aufgesucht werden. Er hat in der Regel die bessere diagnostische Ausstattung und das entsprechende Fachwissen. Idealerweise ist der Kardiologe hier Mitglied.
  8. Welche Blutwerte wurden bestimmt (nur einzelne, kleines Blutbild, großes Blutbild, geriatrisches Profil)? Wie sind die Werte (am besten das gesamte Blutbild einstellen)?
    Oben habe ich bereits etwas zu den Nierenwerten im Blut gesagt. Diese allein zu interpretieren, ist nicht aussagekräftig. Wichtig sind immer zwei Faktoren: Ein Blutbild ist nur eine Momentaufnahme. Darüber hinaus muss so ein Blutbild immer in seiner Gesamtheit betrachtet werden. Sind nur die Nierenwerte bestimmt worden, sagt das also nicht viel aus (Ausnahmen stellen im Nachhinein Verlaufskontrollen dar, da ist es nicht nötig, jedes Mal alle Werte bestimmen zu lassen). Danach wird in das kleine und große Blutbild sowie das geriatrische Profil unterschieden. Letzteres ist die umfangreichste Blutuntersuchung, die es als Paket gibt. Liegen keine aktuellen Werte vor, ist deswegen das geriatrische Profil immer die sinnvollste Blutuntersuchung, um sich einen guten Überblick zu verschaffen (auch dieses enthält nicht alle Werte, der katzenspezifische Bauchspeicheldrüsenwert fPLi oder SpecfPL ist beispielsweise nicht enthalten).
    Es empfiehlt sich immer, sich alle Befunde vom Tierarzt ausdrucken oder per E-Mail zusenden zu lassen (man hat dafür bezahlt und dementsprechend auch ein Anrecht darauf). Wichtig ist hier wieder, das Ergebnis in seiner Gesamtheit zu betrachten. Außerdem sind die Referenzwerte nötig (da diese je nach Labor erheblich schwanken und die bestimmten Werte vom laboreigenen Referenzbereich abhängig sind). Der Ausdruck ermöglicht dann auch einen anschließenden Austausch (beispielsweise hier im Forum).
  9. Welche Therapie/ Medikamente wurde besprochen/ verordnet?
    Je nach Tierarzt und dessen Einstufung sieht dies sehr unterschiedlich aus. Von „erst einmal nur beobachten“, bis hin zu Diätfutter und diversen Medikamenten und/ oder Homöopathika kommt alles vor. Nicht immer werden alle Möglichkeiten ausgeschöpft oder aber auch mit Kanonen auf Spatzen geschossen.
    Diätfutter (der Futtermittelindustrie) ist in fast allen Fällen nicht indiziert. Es ist in seiner Zusammensetzung oftmals katastrophal und vor allem nicht katzentauglich (insbesondere Royal Canin und hill’s).
  10. Wie soll in Zukunft verfahren werden?
    Wann soll die nächste Kontrolle stattfinden? Zumindest in der Anfangszeit sollten die Blutwerte in Abständen kontrolliert werden, um sich einen gewissen Überblick zu verschaffen, die Häufigkeit sollte mit dem behandelnden Tierarzt abgesprochen werden.
  11. Wie ist der Zustand der Zähne?
    Die Zähne sind ein ganz wichtiger Aspekt. Liegt ein starker Zahnsteinbefall vor und kommt es in diesem Zusammenhang zu Entzündungen im Maul, kann dies die Nierenwerte im Blut nach oben treiben.

    Viel gefährlicher ist dagegen FORL. Dies ist eine Krankheit, die auch als Katzenkaries bezeichnet wird. Dabei ist der Zahn von innen nach außen befallen. Aus diesem Grund können die Zähne von außen gut aussehen, doch im Inneren der Verfall dennoch stattfinden. Auch hier wirkt sich der Prozess wieder auf die Nieren aus. Es ist deswegen durchaus angebracht, bei auffälligen Nierenwerten im Blut (vorwiegend Kreatinin), aber ansonsten guten Nierenparametern (Urin, Nierenschall) mal einen Zahnspezialisten für ein digitales Röntgen aufzusuchen. Normales Röntgen reicht dafür nicht aus. Befallene Zähne müssen zwingend entfernt werden. Oft ist es sogar nötig, alle Zähne zu ziehen, denn nicht selten reicht es nicht aus, nur befallene Zähne zu extrahieren. Die restlichen sind häufig später ebenfalls betroffen und die Katze muss dann erneut in Narkose gelegt werden – was ebenfalls wieder auf die Nieren geht. Dennoch lässt sich das nicht pauschal sagen, weswegen dies immer mit einem kompetenten Tierarzt besprochen werden sollte.


Weitere Vorgehensweise


Je nachdem, ob sich die Aussage über eine vorliegende CNI bestätigt oder nicht, gestaltet sich die Zukunft für die Katze und deren Besitzer. Im Idealfall hat der Tierarzt nicht Recht gehabt. In so einem Fall muss jeder Besitzer für sich entscheiden, ob er diesen Tierarzt weiterhin als kompetente Betreuung an seiner Seite haben möchte oder sich nach einem anderen umsieht.

Liegt die CNI aber tatsächlich vor, kann eine Katze auch damit durchaus noch gut leben. Pauschalisieren lässt sich nichts. Jede Katze durchlebt die Krankheit anders. Es liegt am Besitzer, gut zu beobachten, was seiner Katze gut tut, und darauf zu reagieren. Im Folgenden liste ich Maßnahmen auf, mit denen ich gute Erfahrungen gemacht habe.


  1. Viele kleine Mahlzeiten am Tag füttern.
    In den ersten Monaten nach der Diagnose fiel die CNI hinsichtlich der Fütterung kaum auf. Ich habe zwar die Zusammensetzung auf die CNI angepasst, aber ich konnte wie zuvor drei Mal täglich füttern. Das änderte sich mit auftretendem Erbrechen in unregelmäßigen Abständen, aber wenigstens einmal im Monat. Kurzzeitig funktionierte es, auf vier Fütterungen umzustellen, doch das hielt nicht lange. Letztlich bin ich bei sechs Mahlzeiten angekommen, von denen ich vier über einen Futterautomaten steuere. Damit kann ich nachts ganz normal schlafen und auch tagsüber längere Zeit außer Haus sein. Für wenigstens ein Jahr musste ich diese Abstände von vier Stunden akribisch einhalten, weil mein CNIchen eine Gastritis entwickelt hatte, die unter CNI nicht selten ist. Es dauert recht lang, bis diese ausgeheilt ist. Man kann das mit Medikamenten unterstützen (Omep, Ranitidin etc.), aber unter Barf sollte man damit vorsichtig sein. Diese Medikamente drosseln die Magensäureproduktion. Die Magensäure sorgt jedoch dafür, dass das Futter überhaupt verdaut werden kann (und im Gegensatz zu uns Menschen beginnt die Verdauung auch erst an dieser Stelle, da Katzen keine Amylase im Maul bilden) und sie ist auch teilweise für die Parasitenbekämpfung zuständig (Stichwort Salmonellen, wenn auch der kurze Darm der Katze ein weiterer Punkt ist, der bei immungesunden Tieren für keine Ansteckung sorgt). Man sollte deswegen immer nur kurzzeitig mit einem solchen Medikament arbeiten und das auch immer gut mit seinem Tierarzt absprechen.
  2. Die Futterzusammensetzung an sich. Wer barft, muss das Futter natürlich auf die CNI anpassen (bei regulärem Nassfutter muss bei gesicherter CNI mit einem Phosphatbinder gearbeitet werden, bei Barf ist dieser nicht nötig). Details dazu wird es in einem gesonderten Artikel zum Barfen bei CNI geben.
  3. Die Konsistenz des Futters kann sehr hilfreich sein. Mit der aufkommenden Gastritis musste ich immer mehr von stückigem Fleisch zu gewolftem übergehen. Das ist gerade für die Zähne bei uns nicht positiv, denn seitdem gibt es hier Probleme mit Zahnstein, aber regelmäßiges Erbrechen, weil der Magen für stückiges Fleisch zu gereizt ist, stellt keine Alternative dar.


Darüber hinaus sollte in den ersten Monaten regelmäßig kontrolliert werden, wie sich die Werte entwickeln. In welchen Abständen und für wie lange ist erneut sehr individuell. Ich habe das ungefähr ein bis zwei Jahre lang gemacht, im Abstand von vier Monaten. Da es für mein CNIchen, das ursprünglich eine Herzerkrankung hat, jedes Mal enormen Stress bedeutet, zum Tierarzt zu gehen, findet hier mittlerweile nur noch der jährliche Check-Up statt, wenn der Herzschall ansteht. Aber das war eine Entscheidung, die ich im Gespräch mit meiner Tierärztin und im Zusammenhang mit der Entwicklung der Werte getroffen habe. Das war nichts, was von Beginn an feststand. Und wenn es zwischendurch Auffälligkeiten gibt, gehen wir auch so. Beispielsweise mussten wir bereits einmal Zahnstein entfernen lassen und das wird uns auch in Zukunft wieder erwarten.


CNI ist also nicht bei allen Katzen gleich, sondern sehr individuell. Dennoch sollte immer sorgfältig geklärt werden, ob die Erkrankung tatsächlich vorliegt, um sie gut behandeln zu können. Oder eben, damit andere Krankheiten, die die Nieren belasten und langfristig eine CNI herbeiführen, geheilt oder behandelt werden können.

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