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Pressemitteilung der BI-Pro Landleben Brohmer Berge zu den Hähnchenmastanlagen in Klein Daberkow 30.11.2011
Gegner klagen gegen zwei Hähnchenmastanlagen
Die Gegner der zwei grössten Hähnchenmastanlagen mit gesamt 3,2 Mio. Hähnchen pro Jahr in Klein Daberkow, Mecklenburg-Vorpommern werden juristischen Widerspruch gegen den Bau einlegen.
„Nach wie vor sind viele Sachverhalte, die für einen rechtmäßigen Bau erforderlich wären, ungeklärt, manche gar unrechtens“. So dürfe nach geltendem Gesetz einer der Antragsteller gar keine Baugenehmigung im Außenbereich erhalten, da er nachweislich kein Landwirt ist.
Vielmehr ist Martijn Ritzema seit vielen Jahren als Geflügelexperte bei der Futtermittelfirma Strahmann und deren Mutterfirma, der holländischen Agrifirm beschäftigt. Für die Bürgerinitiative ist es offenkundig, dass Martijn Ritzema im Auftrag von Agrifirm handelt und damit im Auftrag des holländischen Plukon Konzern, dessen Eigenkapital mehrheitlich von einem Fonds der niederländischen Investment-Gesellschaft Gilde Buy gehalten wird.
Ungewöhnlich sei nach Aussagen der Bürgerinitiative bereits gewesen, dass an der Anhörung durch das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt (Stalu) im Mai 2010 auch der damalige Geschäftsführer der Futtermittelfirma Strahmann/Agrifirm Ulrich Strätker teilnahm und sich mehrfach äußerte. Während Herr Ritzema als Antragsteller der
Hähnchenmastanlagen schwieg.
Es handele sich bei beiden Anlagen um Großanlagen der Intensivtierhaltung, die nicht als landwirtschaftliche, sondern als
gewerbliche Tierhaltungsbetriebe betrieben werden sollen.
„Wir haben es hier in Wahrheit mit einem Firmengeflecht der Finanzbranche zu tun, bei dem das Abgreifen von Subventionen zum Geschäftsmodell gehört und dem es – wie man dieser Tage leidlich überall sehen kann- ausschließlich um die schnelle Maximierung der eigenen Gewinne geht. Durch die millionenhohen Fördermittel vom Land Mecklenburg-Vorpommern werden die Risiken jedoch über die Steuerzahler sozialisiert. Das kann nicht sein“ so die Bügerinitiative Pro Landleben Brohmer Berge.
Während die Kommunen ächzen, werde hier einem global agierenden Finanzunternehmen Fördermittel hinterher geworfen – und das unrechtmäßig. Beide Anlagen wurden künstlich getrennt, sind aber ein und demselben Vertragspartner verpflichtet, nämlich dem Konzerngeflecht.
Der Landwirt Friedrich-Ernst Wilfarth spiele hierbei lediglich die Rolle eines Strohmanns, da ohne Beteiligung eines Landwirts gar nicht gebaut werden dürfte und keine Fördermittel beantragt werden könnten. Nicht nur die Bürgerinitiative glaubt, dass das Vorhaben künstlich in zwei Firmen aufgeteilt worden ist, um Fördermittel vom Land unrechtmäßig zu erhalten. Unterstützt von der Bürgerinitiative wurde deshalb Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft gestellt.
Die Gegner hoffen auf Rechtstaatlichkeit, so dass die von ihnen angezeigten Missstände von der Staatsanwaltschaft vorurteilsfrei und ungeachtet politischer Versprechungen bearbeitet und aufgeklärt werden.
In Neustrelitz soll zeitgleich ein Schlachthof durch die Friki GmbH reaktiviert werden, sie ist ebenfalls eine Tochterfirma des Plukon Konzern und damit der niederländischen Investment-Gesellschaft Gilde Buy.
Auch der Evangelische Kirchenkreis Stargard und die Deutsche Wildtierstiftung haben sich mehrfach gegen den Bau der Hähnchenmastanlagen ausgesprochen und setzen sich wie die Bürgerinitiative für eine nachhaltige Entwicklung der Landwirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern ein. Dazu gehört etwa die ökologische Produktion und regionale Vermarktung
von Fleisch und nicht eine mit Steuergeldern subventionierte Industrie, die darüber hinaus von Fondsgesellschaften gesteuert wird.