Wenn Hunde sterben…

© Christine Ströhlein

Der Tod seines geliebten Hundes ist ein äußerst schmerzlicher Prozess und daher ein Thema, mit dem sich kein Besitzer gerne befasst und das er so lange wie möglich verdrängt. Doch irgendwann stehen wir alle vor der Entscheidung, was wir tun. Sterbebegleitung, unter anderem mit Hilfe der Tierkommunikation, kann die Situation vor dem Tod, aber auch den Übergang in die jenseitige Welt, im Fall des Falles immens erleichtern. Für beide Seiten!

Tiere einschläfern zu lassen, wenn sie alt werden, Krankheiten bekommen oder aus menschlicher Sicht keine Lebensqualität mehr besitzen, hat sich in unserer Gesellschaft schon fast als „Standard- lösung“ festgesetzt. Tierärzte treffen Entscheidungen über die Euthanasie aufgrund medizinischer Fakten. Aber ist dies auch immer im Sinne des Tieres? Paragraph 17 des Tierschutzgesetzes verbietet jedenfalls das Töten von Tieren ohne „vernünftigen Grund“. Wenn wir Menschen unsere Einstellung zum Leben überdenken und somit auch dem Sterben bewusster entgegentreten würden, hätten unsere Hunde wirklich den Partner an ihrer Seite, den sie sich durch ihre bedin-gungslose Liebe verdient haben. Jemanden, der wahre Zuneigung beweist, wenn er den Weg mit seinem Tier gemeinsam geht. Dem Tier die Verantwortung für sein Leben zu überlassen, es somit in seinem Sterben zu begleiten und dabei seine Wünsche zu respektieren, ist einfühlsam. Sein Leiden zu beenden, weil man selbst leidet, ist es nicht.

Sterben vollzieht sich in mehreren Phasen, und nicht immer steht am Ende auch der Tod. Auch ein Zurück ins Leben ist möglich und denkbar. Doch sollte der Weg wirklich mit dem Schritt in eine andere Welt enden, dann ist dies ein ganz bewusster Übergang. Tiere möchten ihre eigenen Entscheidungen treffen, wünschen sich in den meisten Fällen, von alleine gehen zu dürfen, können ihr Sterben steuern. Und der Instinkt, sich dabei zurückzuziehen, wie es viele wild lebende Tiere ganz automatisch tun, schlummert auch heute noch in unseren Zivilisationshunden. Anzeichen, die wir Menschen daher als Leid oder gar Schmerz empfinden, sind ganz normale und bewusst entschiedene Bestandteile dieser Zeit. Wie etwa das Einstellen der Nahrungsaufnahme oder der Aufnahme von Flüssigkeit. Wenn wir das Sterben und den Tod als Ende des Lebens, aber damit auch als einen Neubeginn akzeptieren, bekommt das Thema eine ganz andere Intensität.

Aus der modernen Sterbeforschung ist bekannt, dass der Vorgang des Sterbens in fünf Phasen aufgeteilt ist. Diese können unterschiedlich lange dauern, bei Unfällen wenige Sekunden oder Minuten, im Normalfall Wochen oder gar Monate. Und nicht immer sind sie von außen betrachtet auch wirklich ersichtlich. Tiere empfinden, weil sie im Hier und Jetzt leben, dabei keine Angst. Andererseits aber können wir ihnen Angst bereiten, wenn wir ihnen Maßnahmen aufzwingen oder die Phasen zu unterbrechen versuchen. Ein „Du bist frei, zu gehen“, in Liebe loslassen zu können, erleichtert die letzte große Reise für beide Seiten.

Nach dem Betreten des sogenannten Scheideweges (Phase 1 des Sterbeprozesses) steht der „Rückzug“, der sich unter anderem darin äußern kann, dass der Hund gerne an einer geschützten, etwas abgelegenen Stelle liegt, nicht mehr so viel trinkt und frisst oder die Aufnahme von Nahrung und Flüssigkeit gar einstellt, müde wirkt oder einen intensiven Körpergeruch bekommt. Wenn der Mensch hier seinem Tier volle Unterstützung zusichert und die Situation liebevoll annimmt, ist ein großer gemeinsamer Schritt vollzogen. In Phase 3, der „Entscheidung“, kann ein plötzliches Aufblühen genauso gezeigt werden wie Schmerzäußerungen. Es ist bekannt, dass Schmerzen an Intensität verlieren, wenn man sie äußert, und somit kann diese Phase als Hilfe zur Selbsthilfe gesehen werden. Es folgen „Die Klarheit“, in der die Atmung, der Lebenswille erkennbar schwächer wird und Organe ihre Funktion einstellen, da der Körper zunehmend unwichtiger wird, sowie „Der Aufbruch“, dem wir zum Wohle unseres Lieblings in Ruhe und Demut begegnen sollten. Unser Hund löst sich langsam von seinem Körper und verlässt sein irdisches Leben. Leise Musik, eine Kerze, warmes Licht, Rosenduft, ein Gebet,… ein Abschied, der Frieden spenden wird.

 

Was tun, wenn…?

Den eigenen Hund im Sterben zu begleiten, ist das wohl größte Geschenk, das wir ihm machen können. Es kostet immense Kraft und Energie, und sollte bei Unsicherheiten keinesfalls ohne fachliche Unterstützung vollzogen werden. In allen Phasen können energetische Therapien, z.B. Bachblüten, Homöopathie, Farb- oder Musiktherapien, unterstützend helfen. Außerdem ist vor allem die Hilfe von professionell arbeitenden Tierkommunikatoren angeraten. Die telepathische Verbindung hilft, Gefühle und Gedanken seines Tieres kennen zu lernen und damit im Sinne seines Lieblings handeln zu können. Es bietet Möglichkeiten, gemeinsame schöne Zeiten noch einmal zu teilen, unter Umständen auch Dinge zu vergeben und bisher Unausgesprochenes auszusprechen. Tierkommunikation befreit vor allem von Zweifeln und Ängsten. Und wenn bei sehr starken Schmerzen weder Naturheilkunde, noch Schulmedizin bzw. eine spezielle Schmerztherapie wirken und seitens des Hundes der Wunsch geäußert wird, ihm zu helfen und den Sterbeprozess zu verkürzen, ist dem Menschen die Last der Entscheidung genommen. Denn viele machen sich im Nachhinein Vorwürfe oder fragen sich, ob sie wirklich das Richtige getan haben.

Eine Euthanasie sollte in Anlehnung an die genannten Sterbephasen zum richtigen Zeitpunkt gewählt werden und mit gewissen Ritualen einher gehen. Ebenso ist der Ort, an dem wir den natürlichen Tod vorwegnehmen, sorgfältig zu wählen. Die Tierarztpraxis, in der sich unser Hund ein Leben lang mehr als unwohl gefühlt hat, ist dafür nicht unbedingt oberste Priorität. Immer mehr Tierärzte schläfern auf Wunsch aber inzwischen auch im gewohnten Umfeld, dem Zuhause des Hundes, seinem Platz der Geborgenheit, ein. So besteht nebenbei auch die Möglichkeit, weitere Rudelmitglieder einzubeziehen, was wiederum dem, der von uns geht, eine große Stärke gibt und auch den hinterbliebenen Vierbeinern hilft, Dinge zu verstehen.

Erkundigen sie sich unbedingt genau darüber, mit welchem Mittel ihr Tierarzt arbeitet, denn viele Praxen verwenden das Euthanasie-Präparat T61. Dieses ist billiger als echtes Narkosemittel, außerdem ist es als Gift eingestuft und unter-liegt somit anderen, gelockerten Auflagen. Bei T61 handelt es sich um einen Atemhemmer, an dem die Tiere zwar einen relativ schnellen, aber sehr schmerzhaften Erstickungstod sterben, auch, wenn vorher narkotisiert wurde. Weil auch die Muskulatur gelähmt ist, bekommt der Besitzer von den Qualen seines Tieres äußerlich nichts mit. Grausam, darüber nachzudenken, dass wir unseren Lieblingen in der Minute ihres Todes noch unwissentlich schreckliche Schmerzen zufügen! Im Zweifelsfall sollte man sich von seinem Tierarzt die Ampulle zeigen lassen. Es gibt diverse sanfte Alternativen, wie zum Beispiel die Medikamente Eutha 77 oder Release auf Basis von Pentobarbital, die mit nur einer einzigen Injektion narkotisieren und töten.

Wenn die für uns messbaren Lebenszeichen verloschen sind, ist die Zellatmung weiterhin eine Zeit lang aktiv. Aus diesem Grund ist es wichtig, seinen Hund noch für einige Stunden an seinem Platz ruhen zu lassen, um das, was sich auf der Energieebene abspielt, nicht zu durchbrechen. Ein weiterer wichtiger Grund, die Euthanasie zu Hause vornehmen zu lassen. Hier schließt sich dann die Zeit der Trauer nahtlos an, in der alle entstehenden Gefühle zugelassen werden dürfen. Natürlich muss jeder Mensch seinen eigenen und individuellen Weg finden, und gerade bei diesem emotionalen Thema des Loslassens kann man keinen festen Regeln folgen. Aber es lohnt sich, intensiver darüber nachzudenken, wie man diesen letzten Gang seines Hundes begleiten möchte. Es birgt die Chance zu sehr viel Innigkeit. Sterbebegleitung wird damit zur Lebensbegleitung, denn Sterben bedeutet Leben bis zuletzt!

 

Literaturtipps zum Thema

  • „Tiere erzählen vom Tod“, Penelope Smith
  • „Wenn Tiere ihren Körper verlassen“, Sabine Arndt/Petra Kriegel
  • „Über den Tod und das Leben danach“, Elisabeth Kübler-Ross

 

Über Christine Ströhlein (1 Artikel)
Christine Ströhlein, Cheftrainerin des Vereins "Hundepower auf 4 Pfoten" in Neuenmarkt und ausgebildete Tierkommunikatorin nach Penelope Smith, sieht die Aufklärung und Sterbebegleitung von Mensch und Hund als wichtige Aufgabe, damit eigene Gefühle nicht über den Willen des Tieres gestellt werden. Selbstverständlich gilt dies auch für jedes andere Haustier.
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