Hunde vergiften staatlich erlaubt

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Sie gehen mit ihrem Hund spazieren, er tobt sich aus, rennt ausgelassen hierhin und dorthin. Dann sehen sie von weitem, dass er etwas frisst. Es sieht nach Pferdeapfel aus. Sie rufen pfui, aber es ist schon geschehen. Ist ja auch kein Problem, Hunde fressen halt hin und wieder Pferdeäpfel.

Wieder zu Hause bemerken sie, dass mit ihrem Hund etwas nicht stimmt. Er wirkt unsicher. Sie messen dem erst mal keine Bedeutung bei. Er war seiner Lebtage nie krank, warum sich also Sorgen machen. Aber dann taumelt er und zittert plötzlich, als müsse er erfrieren. Er läuft verwirrt herum, als ob er die Wohnung nicht kennt. Sie rufen ihn, er erschrickt. Sie gehen zu ihm, um ihn zu streicheln, es ist ihm sichtlich unangenehm. Er fällt um, Speichel läuft aus seinem Maul. Sie wissen sich nicht mehr zu helfen, denken an das, was er unterwegs gefressen hat, aber es kann doch keine Vergiftung sein. Und wenn er noch was anderes gefressen hat? Man hört ja immer wieder, dass böse Menschen Giftköder auslegen und leider dabei nie erwischt werden. Wenn man diese Tierquäler, diese Verbrecher doch mal dingfest machen könnte, damit sie hart bestraft würden. Das geht ihnen durch den Kopf. Sie heben ihren Hund auf, ein Häufchen Elend, tragen ihn zum Auto und ab zur Tierärztin.

Inzwischen liegt ihr Hund im Koma. Die Tierärztin hängt ihren Hund an den Tropf und befragt sie gleichzeitig. Sie berichten. Vergiftung? Wahrscheinlich! Vorsorglich bekommt er Vitamin K, weil die üblichen Rattenköder Gerinnungs- hemmer enthalten und K1 das Antidot ist. Ihrem Hund geht es dreckig. Sie sollen ihren Hund in der Obhut der Praxis lassen. Zum Abschied kriegen sie noch gesagt, dass ihr Hund vielleicht einen Gendefekt habe. Sie denken, dass der so schlimm nicht sein kann, denn bisher war ihr Hund ja gesund.

Am nächsten Morgen bekommen sie die Mitteilung, dass ihr Hund verstorben sei. Leider. Vergiftung. Keine weiteren Erklärungen. Sie können ihn abholen. Die Rechnung dürfen sie gleich per Karte begleichen oder gerne auch bar.

Dieselbe Tierarztpraxis betreut auch Pferde eines benachbarten Pferdebetriebes mit 50 Einstellern. Den Reitern und Pferden sind sie auf ihren Spaziergängen häufig begegnet. Sie mögen Pferde, sind ja tierlieb. Kothaufen der Pferde sehen sie auch auf jedem Spaziergang. Aber daran stört man sich als Hundehalter nicht, das gehört einfach dazu.

Die Pferde werden regelmässig viermal im Jahr entwurmt. Das ist Pflicht, dazu müssen sich die Einsteller vertraglich verpflichten. Die Wurmmittel bekommen sie von derselben Tierärztin. Entwurmungsmittel sind Gifte, sonst würden Würmer nicht zugrunde gehen. Dass ihr Hund durch diese Gifte, die mit den Pferdeäpfeln ausgeschieden werden, zu Tode gekommen sein könnte, darauf wurden sie nicht hingewiesen. Verständlich! Oder?

Ein paar Worte über unsere Tinka, die Langhaarschäferhündin.

Unsere Langhaarschäferhündin Tinka wird in diesem Jahr 9 Jahre alt. Mit 16 Wochen kam sie als brauner Wuschelbär zu uns. Sie war einmal geimpft worden, das steht in ihrem Pass, und wohl auch mal entwurmt, wie die Zuchtverbände es ja vorschreiben. Tinka wurde nie mehr geimpft und hat noch niemals eine chemische Wurmkur oder irgendein Medikament bekommen – und das soll auch so bleiben. Sie wurde immer optimal ernährt und war niemals krank. Kein Besuch in einer Tierarztpraxis nötig. Sie ist top fit.

Tinka hat wahrscheinlich einen „Gendefekt“, so nennt man das, wie so viele Schäferhunde. MDR1+- oder gar –. Dieser „Defekt“ hat Tinka überhaupt nicht gestört – wie gesagt, sie ist top gesund. Wahrscheinlich sind schon zig oder gar hunderte Generationen Hunde genetisch so ausgestattet. Das kann man daraus schließen, dass so viele Hunderassen diesen Gendefekt aufweisen, so dass man auf einen gemeinsamen Vorfahren schließen muss. Und das muss sehr lange zurückliegen. Es war sicher nicht ein Collierüde um 1850, wie behauptet wird. Er müsste ja ein Vorfahre aller betroffener Rassen sein. Sehr unwahrscheinlich. Schauen wir uns mal an, welche Rassen betroffen sind: Collie, Australian Shepherd, Shetland Sheepdog, Longhaired Whippet, Silken Windhound, MacNab, English Shepherd, Weißer Schäferhund, Bobtail, Border Collie und Deutscher Schäferhund. Da kommen sicher noch einige dazu. Viel wahrscheinlicher ist, dass diese Veränderung viel weiter zurückliegt.

Eine solche Verlustmutation, dieser angebliche Gendefekt, muss einen Vorteil gebracht und keinen Schaden angerichtet haben, sonst hätten die betroffenen Hunde nicht so lange überlebt und keinen Nachwuchs zeugen können. Die Linien wären in den vergangenen 100 Jahren oder mehr ausgestorben. Davon kann aber bei den genannten Rassen gar keine Rede sein. Es gibt sie und gab sie zahlreich. Sie waren vital und sind vital und bleiben es auch, solange sie nicht mit diesen Medikamenten, den Entwurmungsmittel, Mitteln gegen Hautparasiten, Zytostatika, Durchfallmitteln oder speziellen Antibiotika in Berührung kommen.

Alle diese chemischen Stoffe, die man so freundlich als Medikamente bezeichnet, die also der Heilung dienen sollen, sind Stoffe, die von der Natur nicht vorgesehen sind. Sie sind giftig, tödlich giftig, für die Tiere, die sie vernichten sollen, so Würmer und Insekten, aber eben nicht nur für die. Sie sind lebensgefährlich auch für viele Hunde und viele andere Lebewesen in der Natur. Alles das weiß man, aber die Mittel sind behördlich zugelassen und die Gefahren werden möglichst verschwiegen. Es wäre ja Aufgabe der Tierärzte, die doch dem Leben verpflichtet sind, darüber aufzuklären. Aber könnten die dann diese Mittel noch ruhigen Gewissens vertreiben?

Am gefährlichsten sind die Entwurmungsmittel mit Wirkstoffen aus der Gruppe der Makrozyklischen Laktone: Ivermectin, Doramectin, Selamectin, Moxidectin, Milbemycinoxim. Mittel mit diesen Wirkstoffen, am bekanntesten das Ivermectin, werden als Pasten gegeben, auch subkutan oder intramuskulär gespritzt.
Eine Liste der Wirkstoffe bzw. Medikamente, veröffentlicht von der Uni Gießen, finden Sie unterwww.vetmed.uni-giessen.deoder googeln Sie unter mdr1-defekt.

Was bewirkt denn dieser „Gendefekt“?

Er führt dazu, dass diese Wirkstoffe, die es erst seit etwa 30 Jahren gibt, die Blut-Hirnschranke passieren können, was zu schweren Vergiftungen im Gehirn und in den meisten Fällen, ganz sicher bei MDR1–Hunden, zum Tode führt. Niemand weiß, wie viele Hunde inzwischen daran erkrankt oder bereits elendiglich verreckt sind, ohne dass die Halter über die Ursachen informiert wurden. Ich habe keine Zahlen gefunden.

Chemisch entwurmen als Pflichtübung viermal im Jahr

Betrachten wir mal diese modernen und künstlich chemischen Entwurmungsmittel aus einer ganz anderen Perspektive:
Es wird also ein neuer, hochwirksamer Wirkstoff gegen Würmer entdeckt. Kein natürlicher – denn in der Natur sucht man ja nicht mehr – sondern ein künstlicher, chemischer. Alle Haustiere haben immer auch Würmer. Bis vor wenigen Jahrzehnten hat man Würmer, nahmen sie überhand, mit Kräutern ausgetrieben. Mit den neuen Mitteln eröffnete sich ein riesiges Geschäftsfeld, denn es geht ja um viele Millionen Tiere. Von den Nutztieren einmal abgesehen, von denen es Zigmillionen gibt, ist auch die Anzahl an Pferden, Hunden und Katzen ganz erklecklich, alleine in Deutschland sind es mehr als 16 Millionen. Da werden Hersteller und Vertreiber euphorisch.

Aber was tun, damit die Tierhalter möglichst häufig diese Mittel einsetzen? Da muss Überzeugungsarbeit geleistet werden. Immerhin hat es die Haustiere und die Würmer schon immer gegeben, und sie sind daran nur selten gestorben. Die Anzahl der Pferde war bis Ende des 2. Weltkriegs ein Vielfaches höher als heute. Sie waren ja Arbeitstiere, deren Kraft man für viele Tätigkeiten brauchte. Damals war auch die Gefahr der Infektion mit Wurmlarven wesentlich höher als heute. Wenn auch der Pferdekot regelmässig weggeräumt wurde, blieben doch genügend Reste liegen, um sich zu infizieren. Trotzdem litten die Pferde nicht sehr unter Würmern und blieben länger gesund und arbeitsfähig als heute.

Auch bei Hunden war das nicht anders. Ich erinnere mich genau daran, dass noch vor 40 Jahren das Entwurmen der Hunde kein Thema war, auch nicht in den Vereinen, wo sich viele Hunde trafen. Gab es mal Probleme mit Würmern, wurde vor allem Propolis gegeben. Ich habe jedenfalls damals meine Schäferhunde niemals mit irgendeinem Mittel entwurmt und brauchte das auch nicht.

Man musste den Menschen also viererlei erklären und es ihnen solange einhämmern, bis es auch der letzte noch für die einzig richtige Wahrheit hielt:

  • Die Mittel sind ungefährlich für die Haustiere,
  • die Würmer sind eine lebensgefährliche Bedrohung für die Tiere,
  • Menschen, vor allem Kinder, werden durch Würmer der Tiere bedroht,
  • wer nicht entwurmt, wird zur Gefahr für andere und muss aus der Gemeinschaft ausgeschlossen werden.

Diese Kampagne läuft jetzt seit etwa 20 Jahren mit unglaublichem Erfolg. Als kritischer Beobachter muss man sich wundern über soviel Naivität, Gutgläubigkeit und Unkenntnis der Anwender. Sie finden die Befürworter in allen Zeitungen, in Foren, Vereinen, bei Veranstaltern. Naive, gutgläubige Tierhalter glauben das alles und haben die Argumente vollständig als ihre eigenen verinnerlicht. Erstaunlich dabei ist, vom angeblichen Gesundheitsaspekt einmal abgesehen, kostet das auch eine Menge Geld. Und, noch erstaunlicher: Diese Befürworter, häufig grün und Natur- sowie Tierschützer, sind blind gegenüber den schweren Schäden, die mit diesen Mitteln, die mit dem Kot in die Umwelt gelangen, in der Natur angerichtet werden, an Säugetieren, Vögeln und den Bodenlebewesen.

Und dann die toten Hunde

Es war ein Fiasko für die Hersteller dieser Mittel. Hunde waren unter Qualen an diesen Mitteln verreckt. Was jetzt? Zuerst einmal bestreiten und dann, wenn das nicht mehr geht, mit etwas Phantasie eine Lösung finden. Das gelang. Wir leben ja im Zeitalter der Genetik. Es stellte sich heraus, dass alle Hunde, die daran zugrunde gingen, eine besondere genetische Kon-stellation haben.

Was machte man daraus? Ganz einfach. Einen Gendefekt.

Die Hunde haben also einen Defekt, wenn sie mit diesen Giften nicht zurechtkommen. So wird die Wahrheit auf den Kopf gestellt, und die Gifthersteller sind aus dem Schneider, zumal sie ja eine Zulassung haben. Schuld sind die Hunde selbst und dann die Züchter.

Diesen Unsinn lesen Sie seitdem überall, ausnahmslos. Und noch viel erstaunlicher: Die betroffenen Hundehalter. Anstatt sich gegen diese Mittel und Argumente mit aller Kraft zu wehren, Behörden und Gerichte anzurufen, Politiker zu aktivieren, diese Mittel verbieten zu lassen, übernehmen sie die Argumentation der Hersteller. Brecht sagte: „Die dümmsten Kälber suchen ihre Schlächter selber.“ Was kann man sich als Hersteller und Vertreiber besseres wüschen als ein so dummes Publikum, das die verlogenen Argumente zu den eigenen macht. Ich finde das unfassbar. Unfassbar finde ich aber auch, dass Tierärzte, die doch der Heilung verpflichtet sind, sich als Vertreiber dieser Mittel missbrauchen lassen. Hier ist hoffentlich das letzte Wort noch nicht gesprochen.

Muss man sich nicht die Frage stellen, was eigentlich das Auslegen von Giftködern durch Hundemörder vom Verteilen dieser Mittel über den Kot von Pferden, Kühen, Schafen, auch anderen Hunden etc. – überall in der Umwelt – unterscheidet? Ich finde: Nichts!

Ohne diese Mittel sind die Hunde gesund

Würden diese Mittel verboten, hätten diese Hunde keine Probleme. Aber diesen Einwand hat man wohl vorausgesehen. Um das Argument Gendefekt zu stärken, wurde weiter gesucht und angeblich gefunden. Es klingt zwar alles nur nach Wischiwaschi, aber die Uni Gießen veröffentlicht:

„Unabhängig von der multiplen Arzneistoffüberempfindlichkeit wissen wir heute, dass es bei MDR1-/- Hunden zu einer Fehlsteuerung endokriner Regelkreise kommt. Dies äußert sich in erniedrigten Cortisolspiegeln und führt in einem Stress- oder Krankheitszustand unter Umständen zu einer eingeschränkten Stressbewältigung bzw. Regenerationsfähigkeit.“

Ach ja. Mein Kommentar: Erstaunlich, dass diese Symptome offensichtlich früher gar nicht aufgefallen sind. Warum fragt man eigentlich nicht danach, wie oft diese Hunde geimpft und wie viele Medikamente, z.B. Cortison, sie bereits bekommen haben und sucht da nach den Ursachen? Aber es geht noch weiter:

„Es mehren sich die Hinweise, dass MDR1-/- Hunde eine erhöhte Anfälligkeit für die Entwicklung chronisch entzündlicher Darmerkrankungen aufweisen. Klinische Studien zur Untersuchung dieser Problembereiche werden in den nächsten Jahren erwartet.“

Ja, ja der Darm! Wollte man wirklich ernsthaft solchen Problemen auf den Grund gehen, müsste man sich wohl auch intensiver mit dem Thema Antibiotika und die dadurch verursachte Zerstörung der Darmflora und auch der seit Jahrzehnten völlig veränderten Ernährung, insbesondere mit Stärke, beschäftigen, die mit Natur und artgerechter Ernährung nichts, aber auch gar nichts mehr zu tun hat. Aber dann käme man schnell in Konflikt mit Futterherstellern und der Pharmaindustrie und die sind nun dummerweise die stärksten Sponsoren der Veterinärinstitute und der darin tätigen Forscher.
Wenn einige wach sind und viele schlafen, sollten die Wachen die Schlafenden wecken.

Über Klaus-Rainer Töllner (6 Artikel)
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2 Kommentare zu Hunde vergiften staatlich erlaubt

  1. Hunde vergiften staatlich erlaubt. Kommentar: Das ist Ivermectin auf was die Hunde in der Wurmkur reagieren. Wenn man seinen Hund davon abhalten möchte sollte man ein Maulkorb anziehen oder es an erziehen, dass der Hund nichts mehr aufnimmt. Aber den Staat oder gar die Pferdebesitzer zu bestrafen ist lächerlich. Und 4 mal im Jahr zu entwurmen ist keine Pflicht. Aber wenn ich sehe (mikroskopisch) wie oft die Pferde mit Wurmeiern durchseucht sind halte ich 4mal im Jahr angemessen. Gibt ja auch Wurmkuren ohne Ivermectin.. Pferde haben Strongylus Eier da brauch man keine Ivomechaltige Wurmkur. Also ist das geschriebene so was von lächerlich, aber dafür Danke in der Tierarzt Helferinnen Gruppe wird gerade herzlich gelacht!

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