Kräuter haltbar machen

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Kräuter sind eine Bereicherung für den Speiseplan unsere Hunde und können, richtig ausgewählt und eingesetzt das Futter sinnvoll ergänzen. Auch sollten sie als Hausmittel in keiner „Hausapotheke“ fehlen. Man kann sie im Handel käuflich erwerben oder aber man sammelt sie selbst. Welche Kräuter sich zum Beispiel für eine hervorragende Frühjahrskur eignen, können Sie in Ausgabe 2/2007 von dubarfst – Das Barf-Magazin lesen. Heute soll es darum gehen, wie man die frischen Kräuter nun haltbar machen kann, um sich so einen Vorrat anzulegen.

Wenn man die Möglichkeit hat, selbst Kräuter im Garten anzubauen, ist das natürlich wunderbar. Hat man diese nicht, kann man verschiedene Kräuter auch in Blumentöpfe oder Balkonkästen pflanzen. So kann man sie jederzeit frisch ernten, wenn man sie braucht. Auch selbst sammeln ist eine Möglichkeit. Entweder wird das ganze Kraut oder nur ein Teil, zum Beispiel Blätter, Blüten, Samen, Rinde oder Wurzeln, geerntet. Die Kräuter sollten bei trockenem Wetter gesammelt – am besten an sonnigen Tagen um die Mittagszeit, da dann der Gehalt an Inhaltsstoffen am höchsten ist – und anschließend schnellstmöglich verarbeitet werden. Wenn sie über einen längeren Zeitraum eng übereinander liegen, werden sie unbrauchbar.

Für den Winter oder wenn man nicht regelmäßig diese Möglichkeiten hat, kann es sinnvoll sein, sich einen kleinen Vorrat anzulegen. Es gibt verschiedenste Möglichkeiten, Kräuter haltbar zu machen. Nicht jedes Kraut eignet sich für jede Methode. Allgemein gesagt kann man Kräuter trocknen, einfrieren, einsalzen, zu Kräuterölen oder Kräuteressig verarbeiten, einlegen in Alkohol  oder auch fermentieren. Allerdings kann als Futterzusatz nicht jede dieser Verarbeitungsmethoden genutzt werden. So entfallen von vornherein selbstverständlich das Einlegen in Alkohol und Essig und das Einsalzen. Auch das Fermentieren ist für unseren Zweck eher ungeeignet.

Nun sollen einzelne Methoden der Konservierung von Kräutern näher beschrieben werden.

 

Das Trocknen

Kräuter sie man besser bündeln als ausbreiten kann, binde ich in nicht zu große Sträuße und hänge sie an einer Wäscheleine in einem gut durchlüfteten, trockenen Raum, der die Kräuter auch vor direkter Sonneneinstrahlung schützt, zum Trocknen auf. Der Raum sollte nicht beheizt werden. Die Bündel dürfen nicht zu groß und nicht zu eng gebunden sein, da sonst in ihr Inneres nicht genügend Luft kommt und sonst verfault. Auch muss zwischen den einzelnen Sträußen genügend Abstand sein, so dass sie sich möglichst nicht berühren. Geeignet für diese Methode sind zum Beispiel Brennessel, Salbei, Thymian und Beifuß.

Kräuter, die man schlecht bündeln kann, trockne ich auf großen Gazesieben. Diese kann man mit wenig finanziellem und praktischem Aufwand in der passenden Größe selbst bauen. Dafür wird aus Holzlatten ein Rahmen in der gewünschten Größe angefertigt, welcher anschließend mit einer engmaschigen Gaze bespannt wird. Hier eignet sich zum Beispiel Insektengaze, die man normalerweise zum Schutz vor lästigen Insekten an Fenstern und Balkontüren anbringt. Idealerweise wird die Gaze auf mittlerer Höhe des Rahmens angebracht und der Rahmen ist hoch genug, so dass man die Rahmen dann auch stapeln kann, ohne dass sie auf den Kräutern aufliegen, welche auf dem unteren Rahmen trocknen. Das spart Lagerplatz.

Trockengestelle mit übereinandergestapelten Sieben kann man auch im Handel käuflich erwerben, wenn man darauf zurück greifen möchte, um sie nicht selbst bauen zu müssen.

Auf der Gaze breite ich die Kräuter aus und achte darauf, dass sie schön verteilt sind und nicht übereinander liegen. In einem trockenen, gut belüfteten Raum stelle ich diese Trockenrahmen auf und lasse die Kräuter dort trocknen. In dieser Zeit wende ich sie mehrmals. Zum Beispiel für Holunderblüten, Lindenblüten, Gänseblümchen, Spitzwegerich und Huflattich ist diese Methode ideal.

Wenn man sich die Arbeit mit dem Bau der Rahmen nicht machen möchte oder keinen Platz dafür hat, kann man natürlich auch Stoff – zum Beispiel ein altes Bettlaken – oder Papier ausbreiten und die Kräuter darauf trocknen. Zeitungspapier ist als Unterlage aufgrund der Druckerschwärze eher ungeeignet. Hier müssen jedoch darauf geachtet werden, dass diese beim Trocknungsprozess durch den Pflanzensaft nicht feucht werden. Sollte dies passieren, müssen sie ausgewechselt werden, da die Kräuter sonst verderben können. Auch können Kräuter in flachen Körben getrocknet werden. Wurzeln fädele ich auf dünnen Faden und hänge sie zum Trocknen ebenfalls auf. Dickere Wurzeln – mehr als fingerdick – werden vorher in dünne Streifen geschnitten. Im Handel findet man auch Trockenautomaten, die gute Dienste leisten. Auch die Trocknung im Backofen ist möglich. Von beiden Varianten bin ich persönlich jedoch nicht so begeistert, weil sie erstens nicht sehr schonend für die Kräuter sind und zweitens – und das ist der ausschlaggebendere Grund – eine Menge Energie in Form von Strom oder Gas fressen. Im Vergleich zur Menge der getrockneten Kräuter ist der Energieverbrauch sehr hoch. Da stellt sich die Frage, ob es dann nicht sinnvoller ist, gleich getrocknete Kräuter zu kaufen.

Trockenautomaten trocknen die Kräuter schonender als der Backofen. Im Backofen bespannt man am besten einen Grill- oder Kuchenrost mit Gaze und legt die Kräuter locker darauf, damit von oben und unten Luft heran kommen kann. Die Kräuter sollten auch hier während des Vorgangs gewendet werden und die Ofentür bleibt leicht geöffnet. Die Temperatur sollte circa 40 bis 50°C betragen und der Vorgang dauert einige Stunden.

 

Die Aufbewahrung

Wenn die Kräuter trocken sind, müssen sie vor Licht, Feuchtigkeit und Luft geschützt aufbewahrt werden. Hierfür eignen sich saubere Glasgläser mit Schraubverschluss, Holzschachteln, Pappschachteln, Säckchen aus Naturfaser oder Papiertüten. Im Idealfall sind die Gläser braun, so dass die Kräuter gleich lichtgeschützt aufbewahrt werden.

Holzschachteln müssen unbehandelt, also frei von Lösungsmitteln, Farbe und Holzschutzmitteln, sein. Blechdosen sind zur Lagerung der Kräuter nicht geeignet. Bei Pappschachteln ist darauf zu achten, dass sie keine Farbstoffe oder Klebstoffreste enthalten. Auch sollten beide dicht schließen. Manche nutzen zwar auch diese, dann muss man sie aber innen mit Papier auskleiden. Ich verzichte auf die Nutzung von Blechdosen gänzlich, da die Nachteile überwiegen und es aus meiner Sicht günstigere Alternativen gibt. Mein Aufbewahrungs-Favorit ist das „gemeine Schraubglas“. Gläser fallen in jedem Haushalt in unterschiedlichsten Größen an und werden so einer sinnvollen Verwendung zugeführt.

 

Das Einfrieren

Manche Kräuter, wie zum Beispiel Petersilie und Schnittlauch, friert man besser ein, als dass man sie trocknet. Hierfür einfach die Kräuter fein zerkleinern, locker in passende Gefrierbeutel oder Dosen füllen und einfrieren. Bitte nicht vergessen, die Beutel und Gefäße zu beschriften.

Anschließend verwahre ich die Kräuter entweder in passenden Gefäßen (ich verwende Schraubgläser aus Glas – auf keinen Fall Blechdosen benutzen) oder in verschließbaren Papiertüten, wenn ich die Kräuter schnell verbrauchen werde. Auf jeden Fall sollten sie vor Licht, Feuchtigkeit und Luft geschützt aufbewahrt werden. Die Kräuter sollten ca. 1 Jahr haltbar sein, also bis zur nächsten Ernte im folgenden Jahr, wenn sie denn richtig trocken und gut verpackt sind.

 

Das Einlegen in Öl

Das ist eine weitere Alternative, sich Kräuter in der Fütterung nutzbar zu machen. Man verwendet ein hochwertiges Öl, zum Beispiel Olivenöl. Die Kräuter werden locker in helle Flaschen gefüllt und mit dem Öl aufgefüllt. Dann werden die Flaschen zwei bis vier Wochen an einen warmen und sonnigen Ort gestellt. Anschließend sollten sie kühl und dunkel gelagert werden.

 

Die Haltbarkeit

Bei richtiger, sachgemäßer Verarbeitung und Lagerung sind die in einem Jahr gesammelten und konservierten Kräuter bis zur nächsten Saison haltbar. Im Normalfall verderben sie darüber hinaus auch nicht unbedingt, verlieren aber nach so langer Zeit immer mehr ihrer Inhaltsstoffe. Es wird empfohlen, konservierte Kräuter innerhalb eines Jahres zu verbrauchen.

Über Isabelle Czok-Alm (7 Artikel)
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