Antibiotika – Segen und Geschäft

Was überwiegt?

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Antibiotika sind ein Segen! Sind Sie erstaunt über diese Aussage?

Immerhin hat man in den vergangenen 70 Jahren mit diesen Mitteln mehr Leben gerettet als mit allen anderen Medikamenten und Methoden zusammengenommen!

Antibiotika – das bedeutet aber doch „gegen das Leben“? Was für ein schlimmer Name für solche wunderbaren Mittel. Wie kamen sie zu ihrem Namen?

Viele Mikroorganismen scheiden Stoffwechselprodukte aus, unter anderem Toxine, also Giftstoffe, die andere Mikroorganismen in ihrer Entwicklung behindern oder sie auch töten. Besonders bekannt dafür sind Pilze und Bakterien. Sie schützen mit ihren Giften die eigenen Zellen und bekämpfen und töten vor allem konkurrierende Mikroben. So schaffen sie sich ein freies Terrain, in dem sie sich ausbreiten können, ohne von lästigen Konkurrenten behindert oder geschädigt zu werden. Und nicht nur Mikroorganismen, wie Pilze und Bakterien, können das. Auch höhere Pflanzen produzieren Stoffe, mit denen sie sich vor gefährlichen Keimen oder Konkurrenten schützen, so genannte Phytoalexine oder auch Phytonzide.

Die Wirkung der letzteren können sie selbst sehr schnell beobachten. Stellen Sie eine blühende Hortensie neben einen blühenden Hibiscus. Nach einigen Tagen wirft der Hibiscus die Blüten ab, seine Knospen verkümmern, die Blätter werden gelb und bald stirbt die Pflanze ab. Auch das sind Antibiotika.

Der Name ist also berechtigt: Gegen das Leben – aber das Leben der anderen.

 

Nun ein kleiner Ausflug in die Geschichte

Verletzungen und Infektionskrankheiten hat es schon immer gegeben. Zur Heilung von offenen, entzündeten, vielleicht eiternden Wunden durch schwere Verletzungen sammelten die Menschen bestimmte Pflanzen, die sie zerdrückten oder kauten und auf die Wunden legten. Wir wissen nicht, welche, aber wir kennen heute viele Pflanzen mit antibiotischer Wirkung, so Origanum, Thymian, Salbei, Knoblauch, Melisse, Ingwer, Cuminum, aber auch Moose, Flechten und Pilze. Solche Pflanzen werden es wohl auch vor zehntausend Jahren und früher gewesen sein.

Aus Afrika weiß man, dass Rinderkot auf verletzte Hautstellen gelegt wurde; Untersuchungen haben ergeben, dass der Rinderkot antibiotisch wirkende Pilzgifte enthält. Auch die Netze bestimmter Spinnen haben so eine Wirkung. Wir dürfen ruhig annehmen, dass auch die Menschen vor tausenden Jahren für sich und ihre Haustiere wirksame Antibiotika kannten.

Eines hat man vor kurzem nachweisen können. Im südlichen Ägypten brauten etwa 350 nach Christus die Nubier Bier aus Getreide, das mit dem Bakterium Streptomyces infiziert war. Streptomyceten produzieren verschiedene Antibiotika, unter anderem Tetracyclin, das man hochangereichert in Skeletten aus dieser Zeit fand. In den Knochen eines Vierjährigen war der Anteil besonders hoch. Nun hat man sicher auch damals schon kein Kind mit Bier ernährt. Deshalb konnte man aus diesem Fund schließen, dass die Nubier Bier nicht nur als ein Getränk ansahen, sondern das Bier, oder den Schaum, in dem sich die Bakterien und das Antibiotikum besonders anreichern, ganz gezielt zur Bekämpfung von Krankheiten eingesetzt hatten.

 

Die Zivilisation förderte viele Krankheiten

Mit der neolithischen Revolution, also dem Beginn von Ackerbau und Viehzucht, die vor etwa zehntausend Jahren begann, rückten Tiere und Menschen eng zusammen. Dörfer und Städte wurden errichtet, und häufig lebten Menschen und Haustiere im selben Raum. Das ist heute noch in vielen Gegenden der Erde üblich. Seit damals nun traten vermehrt ansteckende Krankheiten auf, die Furcht und Schrecken verbreiteten, weil sie oft in kürzester Zeit viele Opfer unter Menschen oder Haustieren forderten. Die Erreger, die wir heute so ziemlich alle kennen, waren zwar nicht neu und hatten auch vorher schon das eine oder andere Opfer gefordert, aber nie zuvor standen ihnen so viele Wirte auf engem Raum zur Verfügung und nie zuvor wurde ihnen das Überspringen so leicht gemacht.

Damit noch nicht genug. Menschen und Tiere hatten je ihre eigenen bakteriellen und viralen Erreger und Krankheiten. Nun aber lernten diese spezialisierten Erreger, andere Tierarten als Wirte zu nutzen und auch den Menschen. Genauso auch umgekehrt: An Infektionen der Menschen erkrankten nun auch Tiere. Wenn Tierkrankheiten auf Menschen übertragen werden können, spricht man von Zoonosen. Die bekannteste war wohl die Pest, die neueste soll angeblich die Schweinegrippe sein.

Hier mal einige Erreger, die vom Hund auf den Menschen und teilweise auch umgekehrt übertragen werden können: Brucellen, Campylobacterien, Chlamydien, Leptospiren, Listerien, Pasteurellen.

 

Altes Heilwissen wurde verteufelt

Die Kenntnisse über Heilkräuter und heilende Methoden, die sich von alters her und von Generation zu Generation erhalten hatten, wurden von der Kirche mehr und mehr als Hexen- und Teufelswerk verdammt, und manche Frau hat dafür als „Hexe“, auch einige Männer als „Hexer“, den Feuertod erleiden müssen. Viel dieses alten Wissens ging deshalb im Laufe der Geschichte verloren. Vieles wurde aber auch bewahrt, nicht zuletzt und paradoxerweise in Klosterbüchern.

Immer noch gibt es einen reichen Schatz an Wissen über Naturheilverfahren. Aber wie lange noch?

Was die Kirche in über tausend Jahren nicht geschafft hat, gelingt nun in wenigen Jahrzehnten den gelenkten Politikern und den von ihnen beauftragten Behörden. An vorderster Stelle agiert in dieser Sache die dafür zuständige Kommission der Europäischen Union, hinter deren Verordnungen man sich bestens verstecken und so die Verantwortung von sich ablenken kann.

Die Politiker und hinter ihnen die Lobby der Pharmariesen sind dabei, die traditionelle, biologische Medizin, die so viele Leiden lindern und heilen kann, systematisch und endgültig zu vernichten und zu verbieten. Das macht man zum Beispiel durch gezielte Diskreditierung von Heilpflanzen als Giftpflanzen und von Naturmethoden, die man als Scharlatanerie diskriminiert. Das alles geschieht angeblich, um die Gesundheit von Menschen und Tieren zu schützen. Richtig ist das Gegenteil. Die sanften Methoden werden verboten, damit an ihre Stelle die harten, chemischen Medikamente treten können, mit denen fast ausschließlich Symptome behandelt werden, nicht aber die Ursachen. Sie alle haben viele gefährliche Nebenwirkungen, gerade auch die Antibiotika.

Wenn es beispielsweise um Krebs geht, verteufelt man alle alternativen Heilmethoden, ja, man verweigert sogar deren wissenschaftliche Erforschung, weil man sie von vorneherein für sinnlos erklärt. Stattdessen setzt man auf die radikalen, unguten Drei: Stahl, Strahl und Chemotherapie, so nennt man sie.

Man muss sich wirklich fragen, ob man noch Heilung anstrebt oder vielmehr chronische Krankheiten, die eine Dauertherapie erfordern und ein Dauergeschäft sind, aber immer verbunden mit großem Leid. Rechnungen von vielen tausend Euro für Behandlungen von Hunden sind mir bekannt, an deren Ende der Rat stand: Einschläfern. Wir haben alles versucht. Nichts geht mehr.

Ich empfehle Ihnen dies Buch zu lesen: „Heilen verboten, töten erlaubt. Die organisierte Kriminalität im Gesundheitswesen“, von Kurt Blüchel, erschienen im Goldberg Verlag. In diesem Buch geht es um Menschen; aber den Tieren, den Hunden und Katzen, geht es nicht anders. Wenn es um den falschen Einsatz von Medikamenten geht, gibt es keinen Aufschrei. Keine Tierschutzorganisation kümmert sich darum. Das Leiden der Tiere wird schweigend hingenommen.

Zurück zur Geschichte.

Große Seuchenzüge hat es gegeben, bei Haustieren und bei Menschen, gegen die kein Kraut mehr gewachsen war. Antibiotische Mittel waren nicht bekannt. Im 14. Jahrhundert war in Europa die Bevölkerung stark angewachsen. Das bis dahin milde, warme Klima verschlechterte sich. In mehreren kalten und nassen Jahren gab es kaum Ernten. Tiere verhungerten und viele Menschen waren extrem schlecht ernährt, ihr Immunsystem entsprechend schwach. Da konnte die Pest zuschlagen, die in wenigen Jahren ein Drittel der gesamten Bevölkerung in Deutschland dahinraffte. Cholera, Pest und Pocken haben noch bis in die jüngste Zeit viele Menschenopfer gefordert.

Auch Hunde hatten zu leiden. Die Staupe, eine gefürchtete Hundeseuche, lässt sich zurückverfolgen bis zu den alten Griechen. Sie ist allerdings eine Viruserkrankung, wie auch die Pocken, da hätten also Antibiotika auch nichts ausrichten können. Darüber später mehr.

Noch eines können wir aus den Seuchen, die Menschen und Tiere heimsuchten, lernen: Immer spielte die Ernährungslage eine wesentliche Rolle. Das tut sie heute immer noch. Ist es nicht erstaunlich, dass die angeblich mit modernen Futtern so optimal ernährten und mit Medikamenten bestens versorgten Hunde und Katzen so häufig krank werden, beispielsweise Probleme mit der Bauchspeicheldrüse haben, zuckerkrank werden und immer häufiger an Krebs sterben?

 

Der Siegeszug der Antibiotika

Eigentlich hätte der nicht erst 1936 mit der Entdeckung der Sulfonamide beginnen müssen, sondern bereits im Jahr 1893, als ein italienischer Forscher aus dem Schimmelpilz Penicillium einen Stoff extrahierte, mit dem er das Wachstum des gefürchteten Milzbranderregers behindern konnte. Ihm hätte der Nobelpreis zugestanden, der dann im Jahre 1945 an den Forscher Alexander Fleming vergeben wurde.

Nicht viel später und 30 Jahre vor Fleming entdeckte der französische Forscher Ernest Duchesne die antibiotische Wirkung von Pilztoxinen. Er war durch die Beobachtung in einem Pferdestall darauf gekommen. Die Stallburschen hängten die Sättel in feuchte Kammern, so dass sich auf dem Leder Schimmelpilze ausbreiten konnten. Sie begründeten das mit ihrer Erfahrung, dass dadurch Satteldruckstellen, die sich entzündeten, schneller abheilten.

Duchesne stellte daraus eine Flüssigkeit her, mit der er andere kranke Tiere heilen konnte.

Alexander Fleming entdeckte dann, weniger durch forscherische Leistung als durch Zufall, dass Teile seiner Staphylokokkenkolonien, auf denen sich ein Schimmelpilz breitgemacht hatte, abgestorben waren. Es handelte sich um Penicillium notatum, der das Penicillin abgesondert hatte. Er veröffentlichte diese Beobachtung 1929, ohne aber die Bedeutung seiner Entdeckung zu begreifen.

So dauerte es noch mal 12 Jahre, bis man verstanden hatte, was da gefunden worden war. Endlich wurde nun das Penicillin in größerem Umfang in Harvard hergestellt.

Eine andere antibiotisch wirkende Stoffgruppe, die Sulfonamide, wurden 1934 von dem Deutschen Gerhard Domagk nach langer Forschung entdeckt.

Penicillin und Sulfonamide haben vielen Menschen das Leben gerettet und besonders im Krieg eine große Bedeutung erlangt. Auch heute werden sie immer noch eingesetzt.

 

Antibiotika sind ein gigantisches Geschäft

Etwa 8000 verschiedene Antibiotika sind bekannt. Nur 100 sind anwendbar bei Mensch und Tier. Und gegen diese 100 werden immer mehr Bakterien resistent. Diese katastrophale Entwicklung haben wir unter anderem verantwortungslosen Tierärzten zu „verdanken“, die Hunden und Katzen zu jeder Gelegenheit, wenn auch nur der geringste Verdacht auf eine Infektion besteht oder bestehen könnte, „vorsichtshalber“, wie argumentiert wird, eine Spritze mit Antibiotika – oft Breitbandantibiotika – verabreichen, obwohl eine eindeutige Diagnose und auch ein Resistenztest dafür erforderlich wären und auch Vorschrift sind. Nur hält sich kaum einer daran.

Aber auch die Tierhalter selbst tragen zu dieser Verantwortungslosigkeit bei, indem sie dieses Verhalten dulden, nicht nachfragen und nicht widersprechen, oder sogar vom Tierarzt das Mittel fordern, weil sie glauben oder glauben gemacht wurden, es sei unentbehrlich. Der weiße Kittel macht sie stumm. Auf die Frage hin „sollen wir vorsichtshalber ein Antibiotikum geben“, wird kaum jemand die Spritze ablehnen, es sei denn, er ist besser informiert oder wird informiert. Und wessen Aufgabe ist es, richtig und umfassend zu informieren?

Nur wer die Zusammenhänge verstanden hat, die Gefahren kennt und zudem noch Stehvermögen hat, wird sich wehren. Gehören Sie dazu?

Antibiotika sind ein gigantisches Geschäft mit wachsender Tendenz. Bereits um die Jahrtausendwende war der Umsatz auf über 20 Milliarden Dollar pro Jahr gestiegen. Wir sind 10 Jahre weiter. Wer hätte also ein Interesse daran, dieses lukrative Geschäft einzudämmen? Allzu viele leben gut davon, von den Herstellern bis zu den Anwendern in den Praxen. Und weil die Dummheit nicht ausstirbt und auch nicht die Vertrauensseligkeit, wird das wohl so weiter gehen.

 

Schrotschüsse ins Ungewisse

Der unkontrollierte Einsatz von Antibiotika führt dazu, dass immer häufiger einige Bakterien diesen Angriff überleben und sich nun ungehindert vermehren und ausbreiten können, reichlich freien Platz haben sie ja nun. Das wissen die Tierärzte auch und viele ändern ihr Verhalten trotzdem nicht.

Multiresistente Bakterien sind aber keine Belanglosigkeit. Es gibt inzwischen Bakterien, gegen die kein einziges Antibiotikum mehr helfen kann. Man nennt sie multiresistent. Wenn nun ihr Tier oder Sie selbst mit solchen Bakterien infiziert werden und die körpereigene Abwehr mit denen nicht fertig wird, ist das ein Todesurteil. Durch den verantwortungslosen Einsatz sind diese so kostbaren lebensrettenden Waffen immer stumpfer geworden. Machen Sie es sich noch einmal bewusst: Nicht nur ihr Tier ist betroffen, sondern sie selbst auch.

 

Bakterien können ihre Resistenz auf andere übertragen

Im Körper leben viele hundert verschiedene Bakterienarten. Sie alle können Resistenzen ausbilden, auch ganz harmlose Bakterien, die gar nicht gemeint waren, als die Antibiotika gegeben wurden, wie zum Beispiel Enterokokken. Die werden immer wieder, wie viele andere Bakterien auch, von Tier zu Mensch und Mensch zu Mensch und Mensch zu Tier übertragen. Das kann einem ja egal sein. Sie tun ja unter normalen Umständen niemandem was.

Aber da gibt es einen Haken. Das Problem ist nämlich, dass diese ungefährlichen Bakterien ihre Resistenz auf andere Bakterien, auch lebensgefährliche, übertragen können. Bakterien infizieren sich also gegenseitig mit dieser Fähigkeit zu überleben. Das geschieht im Körper des Haustiers, genauso wie in dem der Menschen, mit Hilfe von so genannten Plasmiden, kleinen Ringen aus Erbmaterial, in denen die Anleitung für die Resistenz gespeichert ist.

Solange das Immunsystem solche potentiell lebensgefährlichen Keime in Schach hält, was es ja normalerweise kann, wenn der Körper optimal ernährt ist, passiert nichts. Kommt es aber zu einer körperlichen Schwäche und das Immunsystem versagt und kann die Krankheitserreger nicht zurückdrängen oder gar eliminieren, sind der Hund oder die Katze zum Tode verurteilt, und der Mensch auch, wenn es ihn trifft.

Das sollten Sie wissen. Und das sollten Sie auch klarstellen, wenn sie in die Lage kommen „Ja“ oder „Nein“ zum Einsatz dieser Mittel zu sagen.

Soviel erst einmal als Einstieg in dieses Thema.

In den kommenden Ausgaben wird noch viel Interessantes und für Viele sicher auch Neues über das Thema Antibiotika folgen. Welche gibt es, wie wirken sie, welche Nebenwirkungen haben sie, was sind die natürlichen Alternativen und vieles mehr. Seien Sie gespannt!

 

Über Klaus-Rainer Töllner (6 Artikel)
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