Alles sauber?

Ein kleiner Leitfaden zum Umgang mit Fleisch und den hierbei erforderlichen, hygienischen Voraussetzungen.

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PANIK!

Rohes Fleisch – was kann passieren?

Viele Menschen befürchten, dass bei der Verarbeitung / Fütterung von rohem Fleisch Salmonellen oder Kolibakterien übertragen werden können. Ein sorgfältiger Umgang mit rohem Fleisch und die Berücksichtigung entsprechender hygienischer Maßnahmen macht diese Ängste überflüssig.

Über „Unsere Freunde – die Bakterien“ haben wir ja schon in Heft 12  vieles lesen und lernen können. Deshalb hier nur noch einmal eine kurze Zusammenfassung.

Mikroorganismen (Kleinstlebewesen, wie zum Beispiel Bakterien, Viren, Pilze) gibt es überall und sie spielen eine wichtige Rolle. Einige sind erwünscht (zum Beispiel jene, die unter anderem am Prozess der Fleischreifung beteiligt sind), andere können krank machen.

Viele Mikroorganismen sind wahre Überlebenskünstler und schwer zu bekämpfen. Kühlen und Einfrieren verlangsamt oder stoppt die Vermehrung, nach dem Auftauen werden einige von ihnen aber sofort wieder aktiv.

Die meisten Mikroorganismen vermehren sich bei Temperaturen zwischen 10°C und 60°C, wobei das Optimum bei 30°C liegt. Bei dieser Temperatur verdoppelt sich die Anzahl innerhalb von 20 Minuten. Ab 60°C verlangsamt sich die Vermehrung, über 70°C sterben die meisten ab.

Geflügelfleisch muss besonders sorgfältig behandelt werden. Das liegt daran, dass es besonders einweißreich und daher ein ausgezeichneter Nährboden auch für krankmachende Bakterien ist.

Einige Tipps zum Umgang mit Fleisch:

Die Kühlkette darf nie unterbrochen werden. Zum Einkaufen, besonders im Sommer, sollten Sie am besten Kühl-Akkus oder Kühltaschen mitnehmen. Bei Temperaturwechsel (kalt, warm, kalt, warm) entsteht Kondenswasser auf der Fleischoberfläche und beschleunigt dadurch die Keimbildung. Bakterien lieben Feuchtigkeit.

Fleisch im Kühlschrank auftauen und nicht mit anderen Lebensmitteln in Berührung kommen lassen, um eine Kreuzkontamination zu vermeiden. Die  Temperatur im Kühlschrank sollte möglichst unter 7°C, eine Gefriertruhe sollte auf -18°C eingestellt werden. Aber auch damit wird die Vermehrung nur  vermindert beziehungsweise unterbrochen.

Wenn sicher ist, dass das Fleisch wirklich frisch ist, kann man das Auftauwasser beim Hundefutter ohne Bedenken mit verwerten. Ansonsten lieber Auftauwasser vermeiden und das Fleisch am besten in einem Sieb oder auf einem Papiertuch auftauen.

Gewolftes Fleisch sofort kühlen oder einfrieren. Durch das Zerkleinern des Fleisches wird die Oberfläche vergrößert, daher vermehren sich die Bakterien am besten.

Pansen und Blättermagen gehören für den Menschen zum Risikomaterial. Gerade in den Mägen der Wiederkäuer finden Bakterien ideale Bedingungen für ihre Vermehrung. Unsere Hunde lieben es und es ist auch sehr gesund für unsere Fellnasen, jedoch sollten hier nach der Fütterung einige der folgenden Tipps zur Hygiene besondere Beachtung finden.

Einige Tipps zur Hygiene:

Stets die Hände mit Seife waschen, bevor man mit Fleisch hantiert. Auch, wenn man zum Beispiel nach der Fleischverarbeitung Gemüse putzen möchte. Hände waschen – praktisch zwischen jedem neuen Arbeitsgang.

Eventuell vorhandene Wunden an den Händen oder Fingern mit einem Pflaster abdecken. Schon lange läuft die Diskussion, welche Schneidbretter die hygienischsten sind. Erst hieß es: Holzbretter – ein idealer Vermehrungsplatz für Mikroorganismen. Also – alle Holzbretter und Holzkochlöffel ab in die Tonne.  Plastik musste herhalten. Viel hygienischer und Klasse sauber zu halten. Das stimmt nicht ganz. Einige Holzarten, besonders Kiefernholz, besitzen antibakterielle  Eigenschaften. Durch jeden Schnitt auf dem Holzbrett wird Gerbsäure freigesetzt und diese tötet die Bakterien ab. Das haben Wissenschaftler der Biologischen Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft festgestellt.

Trotzdem müssen natürlich auch die Holzbretter gründlich gereinigt und öfter ersetzt oder abgeschliffen werden, denn in tiefen Rillen können sich die Bakterien einschließen und vermehren.

Messer und Arbeitsflächen gründlich säubern, entweder im Geschirrspüler oder unter heißem Wasser mit Reinigungsmittel. Stets getrennte Bretter oder Messer benutzen, zum Beispiel eins für das Fleisch und das nächste für das Gemüse. Oder die Bretter zwischendurch gründlich säubern. Abwasch- und Geschirrtücher  regelmäßig wechseln und heiß waschen, ansonsten sind auch diese ein Lieblingsplatz der Bakterien.

Normale Hygiene bietet einen hinreichenden Schutz vor möglichen Krankheitserregern. Wenn die oben genannten Tipps eingehalten werden, können Bakterien  & Co keinen geeigneten Nährboden finden.

Gebarfte gesunde Hunde haben normalerweise ein sehr gutes Immunsystem und eine aggressive Magensäure, wodurch krank machende Bakterien keine oder  nur eine geringe Chance haben, sich zu vermehren.

In diesem Sinne wünsche ich euch und euren Fellnasen weiterhin guten Hunger und bedingungslosen Appetit.

Über Bärbel Skibbe (1 Artikel)
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