Aufenthalt in einer Tierpension

Wie kann ich meinen vierbeinigen Freund gut darauf vorbereiten?

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In Ausgabe 1/2008 konnten Sie lesen, worauf Sie bei der Suche nach einer guten Tierpension achten sollten. Wenn Sie nun fündig geworden sind und die Pension Ihres Vertrauens gefunden haben, sollten Sie sich und vor allem Ihr Tier auf den Aufenthalt dort gut vorbereiten, damit Sie beruhigt in den Urlaub fahren können. Ein paar kleine Tipps können Ihnen dabei helfen.

Die Vorbereitung beginnt mit dem Gespräch in der Tierpension. Hier sollten Sie unbedingt alle Ihre Fragen stellen, die Ihnen wichtig erscheinen. Erkundigen Sie sich auch danach, wie in Notfällen verfahren wird. Sichern Sie rechtzeitig vor Ihrem Urlaub einen Platz für Ihren vierbeinigen Liebling, da in Urlaubszeiten gute Tierpensionen oft ausgebucht sind. Stellen Sie wichtige Hinweise für die Betreuung Ihres Tieres zusammen, quasi einen kleine „Gebrauchsanweisung“.

Darin sollten Sie den Namen des Tieres, Ihre Wohnanschrift, Ihre Urlaubsadresse und die Telefonnummer, unter der Sie im Urlaub erreichbar sind, die Adresse und Telefonnummer des behandelnden Tierarztes und – falls vorhanden – Tierheilpraktikers ebenso aufführen, wie Vorlieben und Besonderheiten Ihres Vierbeiners, Fütterungshinweise, Impfstatus , Haftpflichtversicherung, Nummer der Tätowierung oder des Mikrochips und ob Ihr Haustier spezielle Medikamente bekommen muss, Allergien hat oder zum Beispiel zu Hitzschlag neigt. Auch spezielle Gewohnheiten, zum Beispiel Zentraleinheiten und Spaziergänge betreffend, sind für die Betreuer wichtig.

Ihr Hund / Ihre Katze muss bei der Aufnahme gesund sein, er /sie darf keine ansteckenden Krankheiten haben. Manche Tierpensionen fordern sogar ein tierärztliches Attest. Meist ist das jedoch nicht notwendig, aber dennoch von Vorteil. Die Impfungen müssen auf dem aktuellen Stand sein. Welche Impfungen verlangt werden, ist von Tierpension zu Tierpension unterschiedlich. Erfragen Sie dies vorher, wenn es nicht ausdrücklich geklärt wird. Das Tier sollte frei von Parasiten sein, eventuell sollten Sie es vorher prophylaktisch einmal behandeln. Ich persönlich halte von einer solchen Behandlung ohne Verdacht oder wirklichen Befall nicht viel, aber Sie gehen damit auf Nummer sicher. Manche Tierpensionen setzen solche prophylaktischen Behandlungen sogar voraus. Das trifft auf die Entwurmung ebenso zu.

Schließen Sie unbedingt einen Betreuungsvertrag ab, der alle Eventualitäten regelt – auch die Haftungsfrage im Falle eines Schadens. Auch wenn man nie hofft, dass ein solcher extremer Fall eintritt, sollten Sie sich trotzdem vorher absichern. Stellen Sie eine schriftliche Vollmacht aus, die genau regelt, wie die Betreiber der Tierpension im Krankheits- oder Todesfall Ihres Tieres handeln sollen. Auch eine Haftpflichtversicherung ist wichtig und wird meist auch verlangt.

Besuchen Sie mit Ihrem Hund die Tierpension im Vorfeld. So kann er alles schon einmal beschnüffeln und kennen lernen. Wenn Sie es einrichten können, fahren Sie mehrmals hin. Vielleicht besteht ja auch die Möglichkeit ein Wochenende zur Probe dort zu verbringen. Dann ist im späteren „Ernstfall“ nicht alles so fremd und neu für ihn.

Sie können auch im Vorfeld mit Ihrem Tier üben, dass es einige Stunden allein zu Hause bleibt, sofern es dies nicht ohnehin schon gewöhnt ist. Das kann die Trennung von Ihnen und den Aufenthalt in der Tierpension auch erleichtern. Bereitet schon dass Ihrem Tier große Schwierigkeiten, können Sie einen erfahrenen Fachmenschen zu Rate ziehen.

Auch sollten Sie im Vorfeld testen, ob Ihr Hund / Ihre Katze sich von fremden Personen anfassen und versorgen lässt. Pfoten, Ohren und Maul auf eventuelle Verletzungen zu kontrollieren, darf kein größeres Problem darstellen. Kurz: Sie müssen Ihr Haustier an den Umgang mit fremden Betreuungspersonal gewöhnen. Stellt das kein Problem dar – prima! Falls doch, sollten Sie das auf jeden Fall üben. Auch hier kann im Zweifelsfalles eine Hundeschule helfen, in der Ihnen erfahrene Trainer bei der Lösung des Problems mit Rat und Tat zur Seite stehen. Auch für Katzenbesitzer gibt es Anlaufstellen für schwere Fälle. Dennoch denke ich, dass es gerade für Katzen, noch dazu wenn sie Probleme im Umgang mit fremden Menschen haben, immer besser ist, eine Betreuung zu Hause in der gewohnten Umgebung zu organisieren. Dadurch kann viel Stress für die Katze vermieden werden.

Auch an andere Artgenossen sollten Sie Ihren Hund gewöhnen. Allerdings bin ich der Meinung, dass dies – ebenso wie die Gewöhnung an den Umgang mit fremden Personen – ohnehin grundlegend wichtig ist. Es macht einfach keinen Spaß, beim Spazieren gehen ständig Angst haben zu müssen, dass ein fremder Hund den Weg kreuzt und dann Stress angesagt ist. Will man sein Tier aber in eine Tierpension geben, wird es besonders dringlich. Sie können sich einerseits in den umliegenden Hundeschulen erkundigen, ob es Spiel- und Tobestunden für Welpen und auch für erwachsene Hunde gibt. Diese sind eine tolle Möglichkeit, mit anderen Hunden Kontakt aufzunehmen, den sozialen Umgang mit Artgenossen zu trainieren und machen außerdem einfach Spaß. Haben Sie Freunde, die ebenfalls Hundebesitzer sind und sind deren Hunde gut sozialisiert und erzogen? Dann fragen Sie doch einfach, ob Sie sich regelmäßig zu gemeinsamen Spaziergängen und Tobestunden mit Ihren Hunden treffen wollen. Auch das ist eine schöne Variante. Auch können Sie vielleicht Ihrem Hund beim Spaziergang die Möglichkeit geben, sich mit anderen Hunden bekannt zu machen – natürlich in Absprache mit deren Besitzer. Möglichst sollten Sie den Hunden die Gelegenheit geben, sich ohne Leine zu beschnuppern, da sonst die Stärkeverhältnisse durch den Kontakt von Hund und Besitzer über die Leine verändert werden. Ein Hund an der Leine fühlt sich in der Regel stärker, weil er die „Rückendeckung“ von Herrchen oder Frauchen hat. Natürlich sollten Sie solche „Experimente“ nur mit gut erzogenen Hunden machen, die an sich anderen Hunden freundlich und wohlgesonnen gegenüber treten. Hat Ihr Hund von vornherein Probleme im Sozialverhalten, ist er aggressiv gegenüber seinen Artgenossen, sollten Sie einen Fachmann zu Rate ziehen und nicht herum experimentieren. Solche Hunde sollten in der Tierpension einzeln gehalten werden, um Gefahrensituationen weitestgehend zu vermeiden. Auch nehmen viele Tierpensionen – zu Recht – aggressive Tiere gar nicht erst zur Urlaubsbetreuung auf.

Auch den Transport sollten Sie mit Ihrem Tier rechtzeitig üben, wenn es keine Fahrten im Auto gewöhnt ist. Dazu gehört, dass das Tier zum Beispiel, ohne Panik zu bekommen, in der Transportbox bleibt. Das können Sie mit Ihrer Katze schon zu Hause üben, ohne anschließend gleich mit dem Auto loszufahren. Ideal ist es, wenn die Katze das Transportkörbchen auch als Rückzugsmöglichkeit annimmt. Das hilft dann wiederum auch beim eigentlichen Aufenthalt in der Tierpension. Sie sollten mit Ihrem Tier dann auch das Fahren im Auto üben. Fahren Sie erst nur eine kleine Runde und anschließend wieder nach Hause. Das gibt dem Tier die Sicherheit, dass nichts Schlimmes passiert, wenn es mit dem Auto unterwegs ist. Tiere, deren erste und damit in der Regel ohnehin schon stressige Autofahrt in der Tierarztpraxis endet, wo sie dann womöglich noch von fremden, eklig riechenden Menschen mit Spritze oder anderem „geärgert“ werden, können im negativsten Fall das Auto mit dem schlimmen Erlebnis verbinden und so ganz schnell eine regelrechte Abneigung bis Panik aufbauen. Diese wieder zu lindern, ist nicht einfach. Wenn Sie aber mit Ihrem Hund rechtzeitig vor dem „Ernstfall“ zum Spaziergang in den Wald, zur Spielstunde oder zum Hundestrand fahren, wird auch das Auto nicht so negativ belegt sein. Auch hier gibt es natürlich Ausnahmen. Unsere Tiere sind nun einmal Individuen, da kann man Verhalten nicht zu 100 Prozent voraus berechnen.

Mit all diesen Maßnahmen und Trainingsmöglichkeiten müssen Sie rechtzeitig vor Ihrem Urlaub beginnen. Je mehr Zeit Sie einplanen, umso mehr Geduld werden Sie auch bei der Bewältigung von Schwierigkeiten aufbringen und umso größer ist die Chance, dass diese rechtzeitig vor dem Urlaub behoben werden und Sie ganz entspannt losfahren können.

Bereitet die Vorbereitung an irgendeinem Punkt massive Probleme, sollten Sie professionelle Hilfe in Erwägung ziehen. Diese bekommen Sie in Hundeschulen, beim Tierarzt und / oder Tierheilpraktiker oder bei einem Tierpsychologen. Ein Tierheilpraktiker kann im Vorfeld zum Beispiel mit Bachblüten die Überwindung von Trennungsängsten unterstützen.

In das „Urlaubsgepäck“ für den Aufenthalt in der Tierpension gehören aus meiner Sicht Näpfe, Leinen, Halsbänder oder Geschirre, die Schlafdecke, das Katzenkörbchen, Spielzeug und Pflegeutensilien (Bürste, etc.). Manche Tierpensionen gestatten nur das Mitbringen von Halsband und Decke, da die Verwechslungsgefahr zu groß scheint. Es ist auch nicht zwingend erforderlich, das ganze Equipment mitzugeben, ist es jedoch gestattet, ist es für das Tier schön und beruhigend, die vertrauten Dinge dabei zu haben. Ein Pullover oder T-Shirt von Ihnen, der Ihren vertrauten Geruch trägt, kann Ihr Tier außerdem über die Trennung hinweg trösten. Nicht zu vergessen sind der Impfpass und eventuell zu verabreichende Medikamente mit entsprechender Dosierungsanleitung.

Zum Abschluss möchte ich noch kurz auf zwei weitere Möglichkeiten der Betreuung Ihres vierbeinigen Lieblings im Urlaubsfall eingehen.

Wenn Sie Ihren Hund oder Ihre Katze bei einem Züchter erworben haben, fragen Sie doch einmal dort nach der Möglichkeit der Unterbringung Ihres Tieres während der Urlaubszeit. Es gibt Züchter, die eine solche Betreuung für Tiere aus Ihrer Zucht anbieten.

Gerade für Katzen halte ich den Aufenthalt in einer Tierpension nicht für das beste Mittel der Wahl. Auch hier gibt es gute Alternativen. So können Sie sich um einen so genannten Tiersitter bemühen. Dabei gibt es unterschiedliche Varianten:

  • Das Tauschprinzip: Tierhalter unterstützen sich gegenseitig freiwillig und unentgeltlich und versorgen wechselseitig das Tier des anderen, wenn dieser verreist ist. Manchmal sind auch Menschen, die sich selbst kein Tier halten können, aber eigentlich den Wunsch danach verspüren, gern bereit im Sinne nachbarschaftlicher Hilfeleistung die Versorgung eines Tieres zu übernehmen.
  • Ein professioneller Tiersitter kommt zu Ihnen nach Hause und betreut Ihre Tiere vor Ort gegen ein Entgeld.
  • Ein Tiersitter betreut Ihre Tiere in seiner Wohnung oder seinem Haus ebenfalls gegen ein Entgelt. Das ist im Prinzip eine Form der Tierpension, aber auf kleiner, familiärer Basis.
  • Es gibt Tier- oder Haushüter, die während Ihres Urlaubs in Ihrem Haus wohnen und Ihre Tiere betreuen. Auch diese Leistung ist in der Regel kostenpflichtig.

Die Voraussetzungen, die im Heft 1/2008 für Tierpensionen beschrieben wurden, gelten – mit Abweichungen – auch für diese Betreuungsformen. Und auch wenn Sie sich für eine davon entscheiden, sollten Sie rechtzeitig mit der Vorbereitung auf die Fremdbetreuung beginnen, um böse Überraschungen im Urlaub möglichst zu vermeiden.

Über Isabelle Czok-Alm (7 Artikel)
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