Verweigert!

Wie man seine Katze erfolgreich umstellt

© Kirsten Cordes

Eine Futterumstellung sollte immer langsam und mit Geduld erfolgen. Spe­ziell Katzen können auf­grund ihrer angeborenen Neophobie besonders hei­kel sein, wenn man Ihnen bislang unbekanntes Fut­ter vorsetzt.

Doch selbst, wenn Ihre Katze sich so­fort begeistert auf das neue Futter stürzt, sollten Sie langsam vorgehen. Das Verdauungssystem muss eine Chance haben, sich langsam an die hochwertige Nahrung zu gewöhnen. Geben sie zunächst nur einzelne Fleischstücke ohne Supplemente. Dann geben sie einzelne Mahl­zeiten aus Rohfleisch und führen nach und nach die Supplemente ein, wenn sie mehr als 20% barfen möchten.

Nimmt ihre Katze das Futter gut an, sollten sie bis zur vollständigen Um­stellung auf Rohfleisch mindestens 2 Wochen Zeit vergehen lassen und dabei die Rohfleischmenge langsam erhöhen.

Manchmal entwickeln Katzen während der Umstellung einen regelrechten Muskelkater im Kiefer. Kauen will gelernt sein. Lassen sie ihrer Katze Zeit, sich an natürliche Nahrung zu gewöhnen. Sie können diese Zeit nutzen, sich in die wesentlichen Grundlagen der Katzenernährung einzuarbeiten.

Eine Futterumstellung bedeutet immer auch Stress für den Organismus. Nach einem Umzug, einer Geburt, während der Trächtigkeit und anderen Stresssituationen sollten sie nicht auch noch mit einer Futterumstellung beginnen. Kann ihre Katze sich nicht sofort mit dem Fleisch anfreunden, helfen Ihnen vielleicht die folgenden Tipps:

Es gibt viele Tricks, wie man Katzen an dieses „eklige“ Fleisch gewöhnen kann. Man kann:

  • Es ganz klein schneiden oder gar durch den Wolf drehen und in kleinen Mengen unter das gewohnte Futter mischen. Die Menge langsam steigern, die Stücke immer größer werden lassen. Irgendwann fressen sie das rohe Fleisch pur und haben nichts bemerkt. Verweigern sie eine Mischung, nur wieder eine Stufe zurückfahren, nicht wieder das Dosenfutter pur geben, denn dann fangen Sie wieder ganz von vorne an!
  • Das Fleisch leicht anbraten oder mit kochendem Wasser übergießen (überbrühen), so dass es außen gar ist und innen noch roh. Jedes Mal etwas kürzer garen.
  • Beim Zuschneiden in der Küche –„versehentlich“ mal ein Stückchen fallen lassen. Geklautes Fressen schmeckt immer gut.
  • Fleischstückchen werfen, damit sie erjagt werden können. Welcher Jäger verschmäht schon seine Beute?
  • Fleischstückchen mit zerstoßenem Trockenfutter panieren (zu irgendwas muss dieses Trockenfutter ja gut sein)
  • Fleischstückchen mit Malzpaste, Bierhefeflocken oder Vitaminpaste oder – was immer die Katze gerne mag-, einreiben.
Ein Erfahrungsbericht:

Mit diesen Tricks schafften wir es, unsere beiden innerhalb von 3 Wochen komplett zu begeisterten Rohfleischfressern zu machen. Nun mag man meinen: Wenn man so ein Theater machen muss, damit Katzen das mögen, dann kann es doch nicht gut sein? So leichte Zweifel kamen uns während dieser drei Wochen Nervenkampf auch. Aber dann, nach wenigen Wochen, verweigerten sie offensichtlich angeekelt jegliches Dosenfutter! Mit mindestens der gleichen Abscheu, wie vorher das rohe Fleisch! Ihr Geschmacksempfinden hatte sich komplett umgestellt. Katzen mögen das, woran sie gewöhnt sind. Woran wir sie gewöhnen, liegt in unserer Hand.

Die Geschmäcker sind verschieden. Diese Weisheit gilt auch für Katzen. Probieren sie verschiedene Fleischsorten aus. (Verzichten Sie auf Schweinefleisch). Im Allgemeinen sind Sie für den Start mit Geflügelfleisch gut beraten. Innereien oder gar ganze Futtertiere werden zu Beginn selten akzeptiert. Zähe Fleischstücke sind zwar gut geeignet für die Zahnpflege, aber zunächst muss die Katze das Kauen noch trainieren und nimmt eher weiches Muskelfleisch.

Falls Sie Knochenteile wie Hühnerhälse oder –flügel geben möchten, tun sie das erst, wenn die Katze bereits eine Weile an Rohfleisch gewöhnt ist und die Verdauung sich darauf eingestellt hat. Führen sie Knochenteile nur ganz langsam ein, wenn überhaupt.

Geben Sie nicht so schnell auf. Bei manchen Katzen ist die Umstellung auf ein unbekanntes Futter besonders schwierig. Ordentlicher Appetit ist ein guter Helfer bei der Umstellung, aber lassen sie eine Katze nicht länger als 24 Stunden hungern. Kitten im Wachstum sollten sie nie lange ohne Futter lassen.

Viel Erfolg!

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