Der Wolf im Hund

Ernährungsphysiologische Grundlagen der Hundeernährung

Um unseren Hund gesund zu ernähren, ist es wichtig, ein Mindestmaß an Kenntnissen über die ernährungsphysiologischen Grundlagen der Hundeernährung zu haben. Denn nur so ist es uns wirklich möglich, auf die arteigenen Bedürfnisse des Hundes einzugehen.

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Abstammung und Ernährungsweise

Schon die Betrachtung der lateinischen Bezeichnung für Hunde, Canis Iupus famiIiaris, zeigt die Abstammung und Ernährungsweise des Hundes auf: Ursprünglich stammt der Hund (Canis Iupus famiIiaris) vom Wolf (Canis Iupus) ab. Beide gehören zur Gattung Canis (Caniden Fleischfresser). Allerdings ist Fleisch zwar die Hauptkomponente in der Nahrung des Wolfes, bzw. des Hundes, reine Fleischfresser sind sie jedoch nicht. Vielmehr frisst der Wolf seine Beute mit- samt Haut, Haaren / Federn, Knochen, Blut und Magen-Darm-Inhalten oder zumindest Teilen davon. Zusätzlich nimmt der Wolf gezielt pflanzliche Nahrung, wie Früchte, Kräuter und Blätter, auf. Nur dadurch wird die Versorgung der Wölfe und Hunde mit allen lebenswichtigen Nährstoffe in ausreichendem Maße sicher gestellt.

Schon aus diesen wenigen Kenntnissen heraus lässt sich schlussfolgern, dass die Nahrung des Hundes überwiegend aus Fleisch und anderem tierischen Material bestehen sollte, pflanzliche Komponenten jedoch keineswegs vernachlässigt werden können. Schädlicher als eine Ernährung auf reiner Fleischbasis ist jedoch die in den letzten Jahren in Mode gekommene rein pflanzliche Ernährung von Hunden. Wölfe und Hunde sind – wie wir Menschen – Allesfresser und bedürfen somit einer ausgewogenen Nahrungsvielfalt.

Anatomie und Physiologie des Verdauungstraktes

Die Verdauung beginnt schon im Maul des Hundes. Das Gebiss des Hundes ist das Gebiss eines Karnivoren, eines Fleischfressers. Sieht man sich dieses genauer an, findet man bei einem ausgewachsenen Hund insgesamt 42 Zähne – je Kiefer 6 Schneidezähne, 2 Eck- zähne (Fangzähne), sowie im Oberkiefer 8 vordere und 4 hintere Backenzähne und im Unterkiefer 8 vordere und 6 hintere Backenzähne. Die Kuppen der Backenzähne sind spitz und mit einem harten Zahnschmelz überzogen. Als Reißzähne dient jeweils ein besonders stark entwickelter Backenzahn.

Beim Fressen ergreift der Hund seine Nahrung mit den Eckzähnen und hält sie damit fest. Mit- tels der Reißzähne werden feste und  zähe Nahrungsbestandteile zerkleinert, das heißt abgeschert bzw. abgerissen. Mit den Schneidezähnen ergreift der Hund kleine Nahrungsstücke und schlingt sie anschließend ohne sie zu zermahlen hinunter. Hunde werden deshalb oft auch als Schlingfresser bezeichnet.

Während des Fressens wird durch die in der Mundhöhle endenden Speicheldrüsen (Ohrspeicheldrüse, Unterkieferdrüse, Unterzungendrüse und Backendrüse) reichlich Speichel

Online-Ausgabe Heft 1

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Über Peter Alm (13 Artikel)
Hinter Pommernschaf verstecke ich mich, Peter Alm: Tierheilpraktiker, Ernährungsberater für Hunde und Katzen, Autor und gemeinsam mit meiner Frau Isabelle Verleger und Herausgeber der Zeitschrift "dubarfst", sowie Administrator der gleichnamigen Community.