Barfen!

Möglicherweise haben Sie noch nie etwas vom Barfen gehört. Oder es zwar schon gehört, sich aber noch nicht intensiver damit auseinander gesetzt. Was ist dieses Barfen also?

© Sandra Storch - http://fatvelvetbags.de/ © Sandra Storch - http://fatvelvetbags.de/

Als „Übersetzung“ für das Wort „Barf“ gibt es verschiedene Interpretationsmöglichkeiten. Schon ursprünglich wurde damit selbst zubereitetes, rohes, frisches Futter bezeichnet. Barf stand zu diesem Zeitpunkt als Abkürzung für Born Again Raw Feeders (Neugeborene Rohfütterer) oder Bones and Raw Food (Knochen und rohe Nahrungsmittel).

Später kamen dann noch die englische Bedeutung Biologically Appropriate Raw Food (Biologisch geeignete rohe Nahrungsmittel) und das deutschsprachige Pendant Biologisch, Artgerechtes, Rohes Futter hinzu.

All diese Bedeutungen des Wortes Barf haben eines gemeinsam: Sie bezeichnen ein Futter, das aus frischen rohen Zutaten vom Hunde- und/oder Katzenbesitzer selbst zubereitet wird.

Barfen heißt jedoch keinesfalls, seinem Tier ausschließlich rohes Fleisch in den Napf zu geben. Vielmehr bedeutet es, die natürliche Nahrung so gut es geht „nachzubauen“ und dabei auf die grundlegenden Nahrungsbedürfnisse der jeweiligen Tierart und des einzelnen Tieres als Individuum einzugehen.

Barfen ist allerdings auch keine hochkomplizierte Wissenschaft, welche ein Studium der Veterinärmedizin oder Biologie voraussetzt. Einige anatomische und physiologische Grundkenntnisse über die jeweilige Tierart sind jedoch Voraussetzung, um seinem Tier spätere Mangelerscheinungen oder ernährungsbedingte Erkrankungen zu ersparen.

Neben diesen Grundkenntnissen benötigt jeder Barfer unbedingt eine gute Beobachtungsgabe und Kenntnisse über die individuellen Bedürfnisse seines Tieres. Anfangs ist es zwar durchaus möglich und auch ratsam, sich an erprobte Grundrezepte anderer, erfahrener Barfer zu halten und diese zu imitieren, aber eines Tages kommt man zwangsläufig an den Punkt, wo diese nicht mehr ausreichen. Man muss sich einfach darüber im Klaren sein, dass jeder Hund und jede Katze ein Individuum ist, ein Individuum mit individuellen Ansprüchen, individuellen Bedürfnissen und individuellem Umfeld. Das bedeutet natürlich aus, dass die Nahrung mehr oder weniger individuell auf dieses Tier und seine Bedürfnisse zugeschnitten werden muss.

Nachdem sich zuerst vor allem Hundebsitzer dem Barfen zuwandten, kamen später immer mehr Katzenbesitzer hinzu. Inzwischen findet diese Art der Fütterung auch vermehrt Freunde unter den Haltern anderer Tierarten. So kommen zum Beispiel nun auch öfter Ratten und Frettchen in den Genuß von selbst zubereitetem rohen Futter nach den Grundsätzen von Barf.

Über Peter Alm (13 Artikel)
Hinter Pommernschaf verstecke ich mich, Peter Alm: Tierheilpraktiker, Ernährungsberater für Hunde und Katzen, Autor und gemeinsam mit meiner Frau Isabelle Verleger und Herausgeber der Zeitschrift "dubarfst", sowie Administrator der gleichnamigen Community.

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